Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen

Winterbehandlung

Was ist die Winterbehandlung? – Die Winterbehandlung ist die abschließende Varroabehandlung des Bienenjahres, die im brutfreien Zustand des Volkes meist mit Oxalsäure durchgeführt wird. Sie entfernt die Milben, die auf den erwachsenen Bienen sitzen, und sorgt dafür, dass das Volk mit möglichst niedrigem Milbenbefall in das neue Jahr startet.

Die Winterbehandlung wird auch Restentmilbung genannt, weil sie den Rest der Varroamilben beseitigt, den die vorausgegangene Sommerbehandlung übriggelassen hat. Sie ist der Schlusspunkt eines über das ganze Jahr verteilten Behandlungskonzepts und für das Überleben des Volkes von größter Bedeutung. Ein Volk, das ohne wirksame Winterbehandlung in den Frühling geht, trägt eine oft tödliche Milbenlast mit sich, die im nächsten Sommer explosionsartig anwächst.

Warum ist die Winterbehandlung so wichtig?

Die Varroamilbe vermehrt sich ausschließlich in der verdeckelten Brut. Solange ein Volk brütet, ist ein großer Teil der Milben in den Brutzellen versteckt und für die meisten Behandlungsmittel unerreichbar. Erst wenn das Volk im Spätherbst oder Winter seine Brut vollständig einstellt, sitzen alle Milben ungeschützt auf den erwachsenen Bienen. Genau dieser brutfreie Moment ist das Zeitfenster für die Winterbehandlung: Jetzt lässt sich mit einer einzigen Anwendung ein sehr hoher Anteil der verbliebenen Milben erreichen.

Der Nutzen ist doppelt. Zum einen wird das einzelne Volk entlastet, sodass die langlebigen Winterbienen gesund bleiben und das Volk kräftig ins Frühjahr startet. Zum anderen sinkt der Ausgangsbefall für die kommende Saison. Weil die Milbenpopulation über den Sommer exponentiell wächst, macht ein niedriger Startwert im Januar einen gewaltigen Unterschied für den Befallsdruck im Juli. Die Winterbehandlung ist damit keine Kür, sondern eine der wichtigsten Pflichtaufgaben im Imkerjahr.

Wann wird die Winterbehandlung durchgeführt?

Der richtige Zeitpunkt ist der erste längere brutfreie Zeitraum, in vielen Regionen zwischen Anfang Dezember und Anfang Januar, oft nach den ersten kräftigen Frostnächten. Entscheidend ist nicht das Kalenderdatum, sondern die Brutfreiheit des Volkes. Wer sichergehen will, kontrolliert das Brutnest vorher oder orientiert sich an den Empfehlungen des regionalen Bieneninstituts, das jedes Jahr den günstigen Zeitraum bekanntgibt.

Für die eigentliche Anwendung wählst Du idealerweise einen kühlen, aber nicht extrem kalten Tag. Bei Träufel- und Sprühverfahren sollte es nicht dauerhaft strengen Frost haben, damit die Behandlung die eng sitzende Wintertraube gut erreicht, ohne das Volk unnötig auszukühlen. Die Behandlung wird nur ein einziges Mal durchgeführt – eine Wiederholung ist bei der klassischen Oxalsäure-Träufelbehandlung nicht vorgesehen und würde die Bienen unnötig belasten.

Mit welchem Mittel wird die Winterbehandlung gemacht?

Standardmittel der Winterbehandlung ist die Oxalsäure. Sie wirkt als Kontaktgift gegen die auf den Bienen sitzenden Milben und ist im brutfreien Volk sehr wirksam und für die Bienen vergleichsweise schonend. Im Unterschied dazu steht die Ameisensäure, die als einziges Mittel auch die verdeckelte Brut erreicht und deshalb typischerweise in der Sommerbehandlung eingesetzt wird, nicht im Winter.

Oxalsäure lässt sich auf drei Wegen ausbringen: durch Träufeln einer Zuckerlösung mit Oxalsäure in die Wabengassen, durch Besprühen der Bienen mit einer verdünnten Lösung oder durch Verdampfen (Sublimieren) der reinen Säure. Das Träufeln ist die für Anfänger einfachste und am weitesten verbreitete Methode: Mit einer Spritze gibt man eine genau dosierte Menge der handwarmen Lösung direkt auf die Bienen in den besetzten Wabengassen. Das Sprühverfahren eignet sich gut für einzelne Waben, etwa bei Ablegern. Das Verdampfen ist wirksam, erfordert aber besondere Ausrüstung und strengen Anwenderschutz.

Unabhängig von der Methode gilt: Oxalsäure ist eine Säure, die Haut, Augen und Atemwege reizt. Trage Schutzbrille und säurefeste Handschuhe, arbeite im Freien oder gut belüftet und halte Dich exakt an die zugelassene Dosierung des Präparats. Die passenden Applikatoren wie Dosierspritzen, Sprühflaschen und Schutzausrüstung findest Du bei den Imkerwerkzeugen. Verwende ausschließlich als Tierarzneimittel zugelassene Präparate und keine technische Säure aus dem Baumarkt. Säurefeste Handschuhe findest Du bei den Imkerhandschuhen, den passenden Schleier und Anzug im Bereich Imkerbekleidung.

Wie läuft die Träufelbehandlung Schritt für Schritt ab?

Zuerst stellst Du sicher, dass das Volk wirklich brutfrei ist. Dann bereitest Du die fertige Oxalsäure-Zuckerlösung nach Packungsanweisung vor und erwärmst sie auf etwa Körpertemperatur, damit die kalten Bienen nicht geschockt werden. Du öffnest die Beute zügig, ermittelst, welche Wabengassen von der Wintertraube besetzt sind, und träufelst mit der Dosierspritze die vorgeschriebene Menge – üblicherweise wenige Milliliter pro besetzter Gasse – gleichmäßig auf die sitzenden Bienen. Danach schließt Du die Beute sofort wieder.

Die ganze Prozedur dauert pro Volk nur ein bis zwei Minuten. Wichtig ist die Zügigkeit, damit die Wintertraube nicht auskühlt, und die genaue Dosierung, denn zu viel Säure schadet den Bienen, zu wenig lässt Milben überleben. Nach der Behandlung kannst Du über die eingeschobene Windel die abfallenden Milben zählen und so den Behandlungserfolg und den verbliebenen Restbefall abschätzen. Notiere das Ergebnis auf der Stockkarte, damit Du den Befallsverlauf über die Jahre vergleichen kannst.

Wie hängt die Winterbehandlung mit der Einwinterung zusammen?

Die Winterbehandlung ist der letzte Baustein der Einwinterung. Vorausgegangen sind die Sommerbehandlung direkt nach der Honigernte und die Auffütterung des Volkes mit ausreichend Winterfutter. Erst wenn diese Schritte erledigt sind und das Volk in die brutfreie Ruhephase gegangen ist, folgt die Restentmilbung. Wer das Volk vorher gut mit Bienenfutter versorgt hat, sorgt dafür, dass genug langlebige, gesunde Winterbienen vorhanden sind, die von der Milbenentlastung durch die Winterbehandlung dann optimal profitieren. Ob der Vorrat reicht, prüfst Du am einfachsten mit einer Stockwaage; fehlt Futter, hilft im Notfall Futtersirup oder Futterteig.

Man kann es sich als Kette vorstellen: Sommerbehandlung senkt den Befall grob, die Auffütterung baut ein starkes, gesundes Wintervolk auf, und die Winterbehandlung entfernt den Rest der Milben im günstigsten Moment. Reißt ein Glied dieser Kette – etwa weil die Winterbehandlung vergessen oder zu einem Zeitpunkt mit Brut durchgeführt wird –, ist der Wintererfolg gefährdet.

Welche Fehler solltest Du bei der Winterbehandlung vermeiden?

Der häufigste Fehler ist die Behandlung, obwohl noch Brut vorhanden ist. Dann sind viele Milben in den Zellen versteckt und überleben, und die Wirkung bleibt weit hinter dem Möglichen zurück. Der zweite Fehler ist eine ungenaue Dosierung, sei es durch geschätzte Mengen oder falsch angesetzte Lösung. Der dritte Fehler ist mangelnder Anwenderschutz – Oxalsäure gehört nicht ungeschützt an Haut und Atemwege.

Weitere Stolpersteine sind eine zu lange geöffnete Beute, die die Wintertraube auskühlt, und die Verwendung nicht zugelassener oder überlagerter Präparate. Wer diese Punkte beachtet, die Brutfreiheit prüft, sauber dosiert und zügig arbeitet, erreicht mit der Winterbehandlung eine sehr hohe Wirksamkeit und legt damit den Grundstein für ein vitales Bienenvolk im kommenden Frühjahr.

Woran erkennst Du, dass das Volk wirklich brutfrei ist?

Brutfreiheit ist die Grundvoraussetzung für den Erfolg der Winterbehandlung, deshalb lohnt ein prüfender Blick. In vielen Regionen stellen die Völker das Brüten nach den ersten kräftigen Frostnächten im Spätherbst ein, doch das ist keine Garantie. Milde Winter, junge Königinnen oder bestimmte Standorte können dazu führen, dass ein Volk durchgehend etwas Brut pflegt. Ein kurzer Blick in das zentrale Brutnest an einem milden Tag verschafft Klarheit: Findest Du keine verdeckelten Brutzellen mehr, kannst Du behandeln. Bist Du unsicher, hilft die Faustregel, Dich am regionalen Bieneninstitut zu orientieren, das den günstigen Behandlungszeitraum jedes Jahr für die Region ausruft.

Manche Imker unterstützen die Brutfreiheit gezielt, indem sie im Herbst eine vollständige Brutentnahme oder das Käfigen der Königin einplanen, um ein sicheres Behandlungsfenster zu schaffen. Für Anfänger ist das noch nicht nötig – hier reicht es, den natürlichen brutfreien Zeitraum abzuwarten und ihn für die einmalige Behandlung zu nutzen.

Träufeln, Sprühen oder Verdampfen – was passt für Dich?

Für Einsteiger mit wenigen Völkern ist das Träufeln die erste Wahl: Es braucht nur eine Dosierspritze, die fertige Lösung und wenig Übung. Das Sprühverfahren spielt seine Stärken bei einzelnen, offen hängenden Waben aus, etwa bei kleinen Ablegern, wird für kompakte Wintervölker aber seltener genutzt. Das Verdampfen erreicht sehr hohe Wirkungsgrade und lässt sich sogar ohne Öffnen der Beute anwenden, verlangt jedoch ein spezielles Verdampfergerät und einen konsequenten Atemschutz, weil die sublimierte Säure eingeatmet gefährlich ist. Welches Verfahren Du wählst, hängt von Deiner Völkerzahl, Deiner Ausrüstung und den örtlichen Empfehlungen ab – die Wirksamkeit ist bei allen dreien im brutfreien Volk hoch, wenn sie korrekt ausgeführt werden.

Kurz zusammengefasst

Die Winterbehandlung ist die brutfreie Restentmilbung des Bienenvolkes, meist mit Oxalsäure im Träufel-, Sprüh- oder Verdampfungsverfahren, durchgeführt einmalig zwischen etwa Dezember und Januar. Sie ergänzt die Sommerbehandlung, entlastet die Winterbienen und senkt den Ausgangsbefall für die neue Saison entscheidend. Mit dem richtigen Zeitpunkt, exakter Dosierung und konsequentem Anwenderschutz ist sie schnell erledigt und gehört zu den wichtigsten Pflichtaufgaben jedes Imkers.

Was gehört sonst noch zur Wintervorbereitung am Bienenstand?

Die Winterbehandlung ist nur ein Baustein. Dazu kommt eine dichte, trockene Bienenbeute ohne Zugluft, ein Mäusegitter vor dem Flugloch und ein Standplatz, an dem kein Wasser stehen bleibt. Die abgeräumten Waben aus dem Honigraum lagerst Du kühl und luftig, damit die Wachsmotte keine Chance hat. Passende Böden, Deckel, Gitter und Keile findest Du beim Beutenzubehör.

Wie geht es nach der Winterbehandlung weiter?

Nach der Behandlung lässt Du das Volk in Ruhe. Erst wenn die ersten Reinigungsflüge einsetzen, beginnt die neue Saison mit einer Gewichtskontrolle und dem vorsichtigen Blick auf den Brutraum, sobald es die Temperaturen zulassen. Wer sich beim ersten Bienenjahr unsicher fühlt, ist mit den Imkerkursen für Anfänger gut beraten – dort lernst Du den Jahresablauf am praktischen Beispiel. Weitere Fachbegriffe rund um Bienen, Beuten und Behandlung erklären wir Dir im Glossar.

Passende Produkte

Produktgalerie überspringen
Abkehrbesen
Abkehrbesen

Regulärer Preis: 6,29 €
Ami Stockmeißel
Ami Stockmeißel

Regulärer Preis: 8,95 €
Ballistol Universalöl Spray
Ballistol Universalöl Spray

Inhalt: 25 Milliliter (7,60 € / 100 Milliliter)

Regulärer Preis: Ab 1,90 €
Ballistol Universalöl Spray
Ballistol Universalöl Spray

Inhalt: 25 Milliliter (7,60 € / 100 Milliliter)

Regulärer Preis: 1,90 €
Ballistol Universalöl Spray
Ballistol Universalöl Spray

Inhalt: 50 Milliliter (7,90 € / 100 Milliliter)

Varianten ab 1,90 €
Regulärer Preis: 3,95 €
Ballistol Universalöl Spray
Ballistol Universalöl Spray

Inhalt: 200 Milliliter (3,98 € / 100 Milliliter)

Varianten ab 1,90 €
Regulärer Preis: 7,95 €
Ballistol Universalöl Spray
Ballistol Universalöl Spray

Inhalt: 400 Milliliter (3,25 € / 100 Milliliter)

Varianten ab 1,90 €
Regulärer Preis: 13,00 €
Bienen Ruck Stockmeißel gelb
Bienen Ruck Stockmeißel gelb

Regulärer Preis: 7,90 €