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Flugloch

Was ist ein Flugloch? – Das Flugloch ist der schmale Ein- und Ausflugschlitz am Boden einer Bienenbeute, durch den Deine Bienen den Stock verlassen und wieder zurückkehren. Es reguliert Belüftung, Verteidigung und Klima im Volk und lässt sich über Keile oder Schieber in der Breite an Jahreszeit und Volksstärke anpassen.

Wie funktioniert ein Flugloch?

Das Flugloch ist die einzige reguläre Verbindung zwischen dem Volk und der Außenwelt. Durch diesen Spalt tragen die Sammlerinnen Nektar, Pollen und Wasser ein, hier starten die Jungbienen zu ihren ersten Orientierungsflügen und hier verteidigen die Wächterbienen den Stock gegen Räuber. Gleichzeitig wirkt das Flugloch als Klimaanlage: Über die Öffnung fächeln Bienen mit ihren Flügeln feuchte, warme Luft nach draußen und ziehen frische Luft nach innen. Je nach Volksstärke, Trachtangebot und Wetter herrscht am Flugloch reger Betrieb oder ruhiges Kommen und Gehen – für Dich als Imker ist es damit das wichtigste Fenster, um den Zustand Deines Volkes von außen einzuschätzen. Wer regelmäßig imkert, lernt die Sprache des Fluglochs schnell zu lesen.

Woraus besteht das Flugloch und wo sitzt es an der Beute?

Das Flugloch ist kein eigenes Bauteil, sondern ergibt sich aus dem Boden der Beute. Bei modernen Magazinbeuten sitzt es als durchgehender Schlitz zwischen Bodenbrett und unterster Zarge. Ob Du mit Bienenkästen im Zandermaß oder im Normalmaß arbeitest, entscheidet über die genaue Breite. Der Boden selbst ist oft als Gitterboden ausgeführt, etwa der Dr. Liebig Hochboden, der für eine hohe Fluglochposition und gute Belüftung sorgt. Das gesamte System der Dr. Liebig Beute ist so aufgebaut, dass Boden, Zargen und Flugloch präzise zusammenpassen. Wichtig ist, dass die untere Zarge wie die Dr. Liebig Ganzzarge montiert Zandermaß sauber auf dem Boden sitzt, damit keine unerwünschten Zweitöffnungen entstehen.

Welche Arten von Fluglochgestaltung gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen dem breiten, durchgehenden Flugloch der Magazinbeute und dem klassischen Rundflugloch alter Beutentypen. In der Praxis wird die wirksame Breite jedoch fast immer verstellt: Mit einem Dr. Liebig Fluglochkeil engst Du die Öffnung auf wenige Zentimeter ein oder gibst sie zur Volltracht komplett frei. Manche Imker setzen zusätzlich Fluglochkeile mit unterschiedlich großen Aussparungen ein, um zwischen Sommerbetrieb, Räuberei-Schutz und Winterruhe zu wechseln. Auch Mausgitter und Fluglochkeile mit Königinabsperrfunktion gehören zu den gängigen Varianten. Wenn Du Ableger oder Begattungseinheiten führst, arbeitest Du oft mit besonders kleinen Fluglochschiebern, die zum Beispiel in der Königinnenzucht eine ruhige, gut verteidigbare Einheit sichern.

Wann verkleinerst oder vergrößerst Du das Flugloch?

Die Fluglochgröße folgt dem Bienenjahr. Im Frühjahr und beim Einlogieren junger Völker hältst Du das Flugloch klein, damit das schwache Volk die Öffnung gut verteidigen kann. Mit wachsender Volksstärke und einsetzender Tracht gibst Du das Flugloch weiter frei, damit der starke Flugverkehr nicht ins Stocken gerät. Im Spätsommer, wenn nach der Ernte Räuberei droht, verengst Du das Flugloch wieder deutlich. Zum Winter hin sorgt ein schmales Flugloch samt Mausgitter dafür, dass keine Mäuse einziehen und die Wärme im Sitz bleibt. Diese Anpassungen dokumentierst Du am besten laufend auf einer Purewild Stockkarte, damit Du den Überblick über jedes einzelne Volk behältst.

Weshalb ist die richtige Fluglochgröße so wichtig?

Ein falsch bemessenes Flugloch bringt Dein Volk in Bedrängnis. Ist die Öffnung für ein schwaches Volk zu groß, können die Wächterinnen den Eingang nicht mehr kontrollieren, und fremde Bienen oder Wespen dringen ein und plündern die Vorräte. Ist das Flugloch dagegen bei einem starken Volk zu klein, staut sich der Flugverkehr, die Bellüftung leidet und im schlimmsten Fall beginnt das Volk zu schwärmen. Auch die Feuchtigkeitsregulierung hängt am Flugloch: Zu wenig Luftaustausch fördert Schimmel auf den Waben, zu viel Zug kühlt das Brutnest aus. Die richtige Einstellung ist deshalb kein Detail, sondern eine der zentralen Stellschrauben gesunder Völkerführung.

Wofür nutzt Du das Flugloch zur Volkskontrolle?

Das Flugloch verrät Dir viel, ohne dass Du die Beute öffnen musst. Reger Pollenanflug an den Höschen der Sammlerinnen zeigt, dass die Königin legt und Brut versorgt wird. Bienen, die vor dem Flugloch am Boden umherkriechen, können auf Krankheiten oder Vergiftungen hindeuten. Tote Bienen und Gemüll unter dem Gitterboden lassen sich über einen Rubee Varroaschiebeboden auffangen und auswerten, etwa um den natürlichen Varroa-Totenfall zu zählen. Auffälliges Räuberverhalten, Kampfbienen oder ein plötzlicher Flugstopp sind ebenfalls Signale, die Du am Flugloch abliest, bevor Du gezielt eingreifst. So sparst Du unnötige Störungen und arbeitest ruhiger.

Womit kombinierst Du die Arbeit am Flugloch?

Rund ums Flugloch brauchst Du das passende Handwerkszeug. Zum sanften Beruhigen des Volkes gehört ein Smoker mit geeignetem Rauchmaterial; wie der Rauch wirkt und richtig eingesetzt wird, erklärt der Glossar-Eintrag Smoker. Zum Lösen verkitteter Teile und zum Einsetzen von Keilen dient ein Stockmeißel, den Du in der Kategorie Imkerwerkzeuge findest. Für den sicheren Umgang mit wehrhaften Völkern sorgt gute Imkerbekleidung, und bei aufkommender Räuberei helfen Maßnahmen aus dem Bereich Bienenabwehr. Im Innern der Beute grenzt eine Dr. Liebig Holzbausperre den Sitz sinnvoll ein und wirkt so mit dem Flugloch zusammen.

Worauf solltest Du beim Kauf von Fluglochzubehör achten?

Achte darauf, dass Fluglochkeil und Schieber exakt zum Maß Deiner Beute passen – ein zu locker sitzender Keil fällt heraus, ein zu strammer verklemmt sich im verkitteten Holz. Bevorzuge robustes, witterungsbeständiges Material, das über Jahre im Freien hält. Wenn Du mehrere Völker im selben Beutensystem führst, lohnt es sich, Boden, Zargen und Fluglochteile einheitlich zu wählen, etwa als aufeinander abgestimmte Dr. Liebig Ganzzarge in Teilen. So sind alle Keile, Gitter und Böden untereinander tauschbar, und Du kannst am Bienenstand flexibel reagieren. Wer neue Völker aufbaut, findet den passenden Einstieg über die Kategorie Bienen kaufen.

Für wen ist die richtige Fluglocheinstellung besonders wichtig?

Grundsätzlich ist das Flugloch für jeden Imker vom ersten Volk an relevant, doch besonders Einsteiger profitieren davon, das Flugloch bewusst zu führen. Junge, kleine Völker und frisch gebildete Ableger sind auf ein enges, gut verteidigbares Flugloch angewiesen, um Räuberei zu überstehen. Wer wenige Völker an einem stark frequentierten Standort hält, muss die Öffnung feiner steuern als ein Berufsimker mit weitläufigen Wanderständen. Auch wer im Spätsommer Bienenfutter reicht, sollte das Flugloch verengen, weil das Auffüttern Räuber anlockt. Kurz gesagt: Je fordernder Standort und Jahreszeit, desto mehr Aufmerksamkeit verdient das Flugloch.

Welche Fehler solltest Du am Flugloch vermeiden?

Ein häufiger Fehler ist es, das Flugloch nach der Honigernte zu weit offen zu lassen – das lädt Räuber geradezu ein. Ebenso problematisch ist ein dauerhaft zu enges Flugloch bei einem starken Sommervolk, das dadurch in Schwarmstimmung gerät oder unter Hitzestau leidet. Vergiss zum Winter nicht das Mausgitter, sonst nistet sich ein Nager im warmen Stock ein und richtet großen Schaden an. Auch verkittete, teils verstopfte Fluglochschieber werden gern übersehen; halte die Öffnung frei von Totenfall und Wachsmüll. Wer diese Punkte im Blick behält und Veränderungen sauber notiert, vermeidet die typischen Anfängerfehler.

Wie pflegst und lagerst Du Fluglochteile über das Jahr?

Fluglochkeile, Schieber und Mausgitter reinigst Du am besten nach jeder Saison von Wachs und Propolis, damit sie im nächsten Jahr wieder sauber sitzen. Holzteile lagerst Du trocken und luftig, Metallgitter kontrollierst Du auf Rost und Verformung. Ausgediente oder gebrochene Keile ersetzt Du rechtzeitig, damit im entscheidenden Moment kein Provisorium nötig wird. Die geernteten Vorräte füllst Du derweil in passende Honigbehälter ab, und alles rund ums Schleudern und Abfüllen findest Du im Bereich Honigverarbeitung. So ist Deine Ausrüstung zum nächsten Frühjahr wieder vollständig einsatzbereit.

Das Flugloch ist damit weit mehr als ein simpler Schlitz am Boden der Beute: Es steuert Verteidigung, Klima und Flugverkehr und ist Dein wichtigstes Diagnosefenster in den Stock hinein. Wer die Öffnung passend zur Jahreszeit und Volksstärke führt, legt die Grundlage für gesunde, wehrhafte und ertragreiche Völker. Die passenden Böden, Keile und das Zubehör für Deine Beuten findest Du direkt bei Purewild.