Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen

Varroamilbe

Was ist die Varroamilbe? – Die Varroamilbe (Varroa destructor) ist ein parasitischer Milbenschädling, der an Honigbienen und deren Brut saugt und damit weltweit als gefährlichster Bienenschädling gilt. Sie schwächt einzelne Bienen, überträgt Viren und kann ein ganzes Volk zerstören, wenn Du als Imker nicht rechtzeitig kontrollierst und gezielt behandelst.

Wie funktioniert der Befall durch die Varroamilbe?

Die Varroamilbe lebt und vermehrt sich in enger Abhängigkeit vom Bienenvolk. Ausgewachsene Weibchen heften sich an erwachsene Bienen und saugen deren Fettkörper an, bevor sie kurz vor der Verdeckelung in die Brutzellen einwandern. Dort legt das Muttertier Eier ab, und die nachwachsenden Milben ernähren sich von der heranwachsenden Bienenpuppe. Nach dem Schlupf der Biene verlassen die jungen Milben die Zelle und suchen sich neue Wirte, wodurch sich der Bestand im Volk über den Sommer rasant vervielfacht. Wer die Zusammenhänge im Volk verstehen will, findet in der Kategorie Imkern das passende Grundwissen und Zubehör.

Woraus besteht der Lebenszyklus der Varroamilbe?

Der Lebenszyklus der Varroamilbe teilt sich in eine phoretische Phase auf der erwachsenen Biene und eine reproduktive Phase in der verdeckelten Brut. Besonders in der Drohnenbrut vermehrt sich die Milbe stark, weil die längere Verdeckelungszeit mehr Nachkommen zulässt. Ein Muttertier kann pro Zyklus mehrere lebensfähige Töchter hervorbringen, sodass sich die Population unter günstigen Bedingungen alle paar Wochen verdoppelt. Genau deshalb reicht ein Blick auf ein einzelnes Tier nie aus – Du musst immer das gesamte Bienenkästen-System und seine Brutwaben im Auge behalten.

Wann behandle ich gegen die Varroamilbe?

Die Behandlung richtet sich nach dem Bienenjahr und dem gemessenen Befallsgrad. Nach der letzten Honigernte im Hochsommer folgt die klassische Sommerbehandlung, damit die langlebigen Winterbienen gesund heranwachsen. Im Spätherbst und Winter, wenn das Volk brutfrei ist, schließt eine Restentmilbung die Saison ab. Wichtig ist, dass Du regelmäßig den natürlichen Milbenfall auf der Bodeneinlage zählst und nicht wartest, bis das Volk sichtbar leidet. Wer sein Volk zusätzlich mit gutem Bienenfutter stärkt, hilft ihm, den Befall besser zu verkraften.

Weshalb ist die Varroamilbe so gefährlich?

Die Gefahr geht weniger vom Saugen allein aus als von den Viren, die die Milbe überträgt. Vor allem das Flügeldeformationsvirus führt zu verkrüppelten, flugunfähigen Bienen und schwächt die Abwehrkräfte des ganzen Volkes. Bleibt ein starker Befall unbehandelt, bricht das Volk oft im Spätherbst oder Winter zusammen – man spricht dann vom Varroa-Kollaps. Weil sich befallene Bienen zwischen Völkern verfliegen, betrifft ein unbehandelter Stand schnell auch die Nachbarschaft. Verantwortungsvolle Bestandspflege beginnt daher schon bei der Auswahl gesunder Tiere, etwa über die Rubrik Bienen kaufen.

Wofür brauche ich eine regelmäßige Diagnose?

Ohne Diagnose behandelst Du blind – entweder zu spät oder unnötig. Mit einer Bodeneinlage zählst Du den natürlichen Milbenfall, mit der Puderzucker- oder Auswaschmethode ermittelst Du den prozentualen Befall genauer. Diese Werte sagen Dir, ob und wann eine Behandlung nötig ist und ob sie gewirkt hat. Ein steigender natürlicher Milbenfall über mehrere Tage ist ein deutliches Warnsignal, das Du nicht ignorieren solltest. So schonst Du Deine Bienen und setzt Behandlungsmittel nur dann ein, wenn es der Bestand wirklich braucht, statt vorschnell oder auf Verdacht einzugreifen. Die passenden Helfer dafür findest Du gebündelt unter Imkerwerkzeuge.

Womit kombiniere ich die Varroabehandlung?

Eine wirksame Varroakontrolle ist immer ein Zusammenspiel aus Kontrolle, Behandlung und ruhigem Arbeiten am Volk. Zum Öffnen der verkitteten Beute und zum Lösen der Rähmchen gehört ein Stockmeißel in jede Imkerhand. Damit die Bienen beim Eingriff ruhig bleiben, beruhigst Du sie mit Rauch aus dem Smoker – wie das funktioniert, erklärt der Glossareintrag Smoker, und die passenden Geräte findest Du in der Kategorie Smoker. Als Rauchmaterial eignet sich naturbelassenes Rauchmaterial wie der Hanf Rauchstoff, der einen kühlen, sanften Rauch erzeugt. Flüssige Behandlungsmittel bringst Du mit einem Fiskars Drucksprühgerät gleichmäßig aus.

Worauf solltest Du beim Kauf von Ausrüstung achten?

Achte bei der Grundausstattung auf robuste, leicht zu reinigende Werkzeuge und auf eine gute Schutzausrüstung, denn befallene Völker reagieren oft gereizter. Eine dichte, atmungsaktive Imkerbekleidung schützt Dich zuverlässig bei den nötigen Eingriffen. Empfindliche Hautstellen bewahrst Du zusätzlich mit einer Bienenschutzcreme wie der Apizin Bienenschutzcreme vor Stichen. Alle Mittel rund um sicheres Arbeiten am Stock findest Du gesammelt in der Kategorie Bienenabwehr.

Für wen ist die konsequente Varroabekämpfung wichtig?

Die konsequente Bekämpfung der Varroamilbe betrifft jeden Imker, vom Hobbyhalter mit zwei Völkern bis zum Berufsimker mit hunderten Beuten. Wer Königinnen vermehrt und die Genetik seines Standes verbessern will, kommt an gesunder, milbenarmer Brut ohnehin nicht vorbei – entsprechendes Zubehör bietet die Rubrik Königinnenzucht. Gerade für Einsteiger ist es beruhigend zu wissen, dass die Varroabekämpfung mit etwas Routine und dem richtigen Zubehör gut beherrschbar ist. Auch wer Wert auf sauberen Honig legt, profitiert von vitalen Völkern, denn nur gesunde Bienen tragen zuverlässig ein und liefern die Grundlage für die Honigverarbeitung.

Welche Fehler solltest Du bei der Varroabehandlung vermeiden?

Der häufigste Fehler ist, zu spät zu behandeln, weil der Befall lange unauffällig bleibt und dann explodiert. Ebenso schädlich ist eine ungenaue Dosierung der Behandlungsmittel, die entweder nicht wirkt oder die Bienen belastet. Vermeide außerdem, benachbarte Völker unterschiedlich zu behandeln, denn durch Verflug und Räuberei gleichen sich die Milbenzahlen sonst wieder an. Und unterschätze nie die Bedeutung der Restentmilbung im brutfreien Winter – sie entscheidet oft über einen gesunden Start ins nächste Jahr. Rund um Räuberei und lästige Insekten hilft Dir bei Bedarf auch die Kategorie Hornissen- & Wespenfalle mit Fallen wie der HOBBEE® Wespenfalle mit Schraubdeckel.

Wie pflegst und lagerst Du Deine Ausrüstung nach der Behandlung?

Nach jeder Behandlung reinigst Du Sprühgeräte, Werkzeuge und Bodeneinlagen gründlich, damit keine Rückstände zurückbleiben. Trockne alles gut ab und lagere es an einem kühlen, trockenen Ort, damit Metallteile nicht rosten. Behandlungsmittel bewahrst Du kühl, dunkel und vor Kinderhänden geschützt auf und beachtest dabei stets das Haltbarkeitsdatum. Geerntete Honigwaben und leere Beutenteile hältst Du sauber getrennt, und den fertigen Honig füllst Du in geeignete Honigbehälter. So bleibt Deine gesamte Ausrüstung einsatzbereit für die nächste Saison.

Damit ist die Varroamilbe der zentrale Gesundheitsfaktor in jeder Imkerei – wer sie durch regelmäßige Kontrolle, richtiges Timing und saubere Behandlung im Griff behält, legt die Grundlage für starke, ertragreiche Völker. Mit dem passenden Werkzeug, guter Schutzkleidung und dem richtigen Zubehör begegnest Du dem Parasiten souverän. Die komplette Ausstattung für gesunde Bienen und eine sichere Varroabehandlung findest Du direkt bei Purewild.

Die verbreitetste Sommerbehandlung gegen die Milbe erfolgt mit Ameisensäure, die als Dampf in die verdeckelte Brut eindringt.

In der brutfreien Zeit im Spätherbst folgt die Restentmilbung mit Oxalsäure, meist als Träufelbehandlung.