Was ist eine Weiselzelle? – Eine Weiselzelle ist die deutlich vergrößerte, nach unten hängende Wabenzelle, in der ein Bienenvolk eine neue Königin heranzieht. In ihr entwickelt sich aus einer befruchteten Made durch die Fütterung mit reinem Gelée royale eine Weisel – sie ist damit die Keimzelle jeder Königin.
Wie entsteht eine Weiselzelle?
Eine Weiselzelle entsteht, wenn die Bienen eine gewöhnliche Arbeiterinnenlarve zur Königin umbestimmen. Statt der waagerechten Zellen bauen sie eine große, länglich nach unten weisende Zelle, die an eine Erdnussschale erinnert. Die darin liegende Made wird ausschließlich mit Gelée royale, dem eiweißreichen Futtersaft, versorgt. Diese besondere Ernährung schaltet die Entwicklung der Geschlechtsorgane an, sodass aus der Larve keine Arbeiterin, sondern eine voll fruchtbare Königin wird. Genau dieser Vorgang steht im Mittelpunkt jeder gezielten Königinnenzucht, mit der Du als Imker den Nachwuchs Deiner Völker planst.
Woraus besteht eine Weiselzelle und wie ist sie aufgebaut?
Die Weiselzelle besteht aus Bienenwachs, das die Arbeiterinnen mit ihren Wachsdrüsen ausschwitzen und zu einer becherartigen Struktur formen. Ihre Oberfläche ist typisch grob gen&oppt und gefurcht, wodurch sie sich sofort von den glatten Brutzellen unterscheidet. Im Inneren liegt die Larve auf einem dicken Polster aus Gelée royale. Ist die Made verdeckelt, verschließen die Bienen die Zelle mit einem Wachsdeckel, unter dem sich die Puppe zur fertigen Königin entwickelt. Eine reife Weiselzelle ragt frei in die Wabengasse hinein und ist mehrere Zentimeter lang. Wer solche Waben genau kontrollieren will, arbeitet in seinem Bienenkasten ruhig und mit passender Imkerbekleidung.
Welche Arten von Weiselzellen gibt es?
Grundsätzlich unterscheidet man drei Typen. Schwarmzellen bauen die Bienen meist am unteren Wabenrand, wenn das Volk stark ist und in Schwarmstimmung gerät – sie kündigen die Volksteilung an. Nachschaffungszellen entstehen mitten in der Brutfläche, wenn die alte Königin plötzlich fehlt und die Bienen aus vorhandenen jungen Maden schnell Ersatz ziehen. Umweiselungszellen legt ein Volk an, um eine alte oder schlecht legende Königin geordnet zu ersetzen. Als Züchter erzeugst Du zusätzlich künstliche Weiselzellen, indem Du Larven umlarvst und die angenommenen Zellen im Imkern-Alltag gezielt weiterverwendest. An der Lage der Zelle erkennst Du also oft schon, was im Volk gerade vorgeht.
Wann bildet ein Volk Weiselzellen?
Weiselzellen erscheinen immer dann, wenn das Volk seine Königin ersetzen oder sich vermehren will. Im Frühjahr und Frühsommer, zur Zeit des stärksten Wachstums, dominieren die Schwarmzellen. Geht die Königin durch einen Unfall, eine Krankheit oder eine Kontrolle verloren, bildet das Volk innerhalb weniger Stunden Nachschaffungszellen. Lässt die Legeleistung einer alten Königin nach, folgt die stille Umweiselung. Für die Zucht steuerst Du diesen Zeitpunkt bewusst, indem Du in einem weisellosen Sammler oder Pflegevolk umlarvst und dem Volk so den Anreiz gibst, viele Zellen gleichzeitig zu pflegen. Ein gutes Timing entscheidet dabei über die Qualität der späteren Königinnen.
Weshalb ist die Weiselzelle für die Imkerei so wichtig?
Ohne Weiselzellen gäbe es keine neuen Königinnen und damit keine Völkervermehrung. Sie ist der Ausgangspunkt für junge, vitale Weiseln, die ein Volk zusammenhalten und für eine starke Brut sorgen. Als Imker nutzt Du Weiselzellen, um alte Königinnen planmäßig auszutauschen, sanftmütige Linien zu vermehren und Ableger zu bilden. Gerade in der Königinnenzucht ist die reife Weiselzelle die wertvollste Ware, denn aus ihr schlüpft die Zukunft Deines Bienenstandes. Ein gutes Zellenmanagement ist deshalb die Grundlage jeder erfolgreichen Vermehrung.
Wofür nutzt Du eine reife Weiselzelle konkret?
Eine schlüpfreife Weiselzelle setzt Du direkt in ein weiselloses Völkchen oder in ein Begattungseinheit ein, wo die junge Königin schlüpft, zum Begattungsflug ausfliegt und danach in Eilage geht. Besonders praktisch ist der Einsatz im Begattungskästchen, in dem nur eine kleine Bienenmenge die neue Weisel pflegt. Modelle wie das APIDEA Begattungskasten, das Rubee Begattungskästchen Matterhorn oder das Hobbee Begattungskasten Rheintal sind genau dafür gemacht. Auch das kompakte Rubbee Begattungskästchen Holstein eignet sich, um Zellen sicher schlüpfen zu lassen und junge Königinnen kontrolliert begatten zu lassen.
Womit kombinierst Du Weiselzellen bei der Zucht?
Rund um die Weiselzelle brauchst Du eine ganze Reihe von Hilfsmitteln. Zum Verschulen und Transport der geschlüpften Königinnen dienen Versand- und Zusetzkäfige aus der Kategorie Versand- & Zusetzkäfig, etwa der Nicot Versand- und Zusetzkäfig, der Zusetzkäfig Iltis oder der Bienen Ruck RuBee Versand- & Zusetzkäfig. Um eine junge Weisel behutsam zu fangen, greifst Du zum Abfangkäfig, zum Beispiel dem Abfangkäfig Clip. Zur Volksarbeit gehören zudem gutes Imkerwerkzeug und ein Smoker, damit Du die Bienen während der Zellenkontrolle ruhig hältst.
Worauf solltest Du beim Umgang mit Weiselzellen achten?
Weiselzellen sind extrem empfindlich gegen Erschütterung und Kälte. Kippe oder quetsche die Zelle niemals, denn die Puppe im Inneren liegt lagegenau und nimmt schon bei leichtem Stoß Schaden. Transportiere reife Zellen immer aufrecht, warm und erschütterungsfrei. Achte darauf, dass die Zelle weder unterkühlt noch der prallen Sonne ausgesetzt wird. Beim Einsetzen drückst Du sie nur leicht in die Wabe, ohne den Wachsmantel zu verletzen. Halte außerdem Deinen Standort und Deine Werkzeuge sauber, damit keine Krankheiten übertragen werden – ein Grundsatz, der für das gesamte Imkern gilt.
Für wen sind Weiselzellen besonders relevant?
Weiselzellen betreffen jeden Imker, denn schon beim ersten weisellosen Volk musst Du sie erkennen und richtig deuten können. Für Einsteiger sind sie vor allem ein Signal: Sie zeigen an, ob ein Volk schwarmlästig ist oder seine Königin verloren hat. Für ambitionierte Imker und Züchter sind sie das zentrale Werkzeug der Vermehrung. Wer regelmäßig neue Völker aufbaut oder Ableger verkaufen möchte, kommt an einem sauberen Zellenmanagement nicht vorbei. Auch wer erst plant, Bienen zu kaufen, sollte das Prinzip der Weiselzelle verstehen, um sein neues Volk später selbst vermehren zu können.
Welche Fehler solltest Du vermeiden?
Der häufigste Fehler ist das voreilige Ausbrechen aller Weiselzellen, ohne die Ursache zu kennen – wer die Nachschaffungszelle eines weisellosen Volkes zerstört, macht es endgültig weisellos. Ebenso riskant ist es, Schwarmzellen zu übersehen und den Schwarm ziehen zu lassen. Vermeide außerdem grobe Erschütterungen beim Umhängen der Zellwaben und lasse reife Zellen nie auskühlen. Zwei Königinnen dürfen niemals gleichzeitig in einer Einheit schlüpfen, da sie sich bekämpfen. Kontrolliere daher genau, wie viele Zellen ein Volk trägt, und dokumentiere Deine Eingriffe sorgfältig.
Wie erkennst und kontrollierst Du Weiselzellen richtig?
Eine Weiselzelle erkennst Du an ihrer Größe, der genoppten Oberfläche und der senkrechten Ausrichtung. Bei der Durchsicht ziehst Du die Waben ruhig und im Schatten, damit die empfindlichen Zellen nicht auskühlen. Prüfe, ob eine Zelle bestiftet, offen mit Larve oder bereits verdeckelt ist – daran liest Du das Alter ab und planst den Schlüpftermin. Notiere Standort, Datum und Zellenzahl, um den Überblick zu behalten. Ein Stockmeißel hilft Dir, die Waben schonend zu lösen, während Ruhe und wenig Rauch aus der Kategorie Bienenabwehr die Bienen gelassen halten.
Wie versorgst und begleitest Du die geschlüpfte Königin?
Ist die Königin geschlüpft und begattet, kommt es auf gute Volkspflege an. Sorge in trachtarmen Zeiten für ausreichend Bienenfutter, damit die junge Weisel schnell in Eilage geht und das Völkchen sich entwickelt. Beobachte in den ersten Wochen die Brut, um zu sehen, ob die Königin sauber in Arbeit ist. Später, wenn das Volk erstarkt und Honig eingetragen hat, brauchst Du passende Honigbehälter und Gerät aus der Honigverarbeitung, um den Ertrag Deiner gut geführten Völker sauber zu ernten.
Damit ist die Weiselzelle der entscheidende Baustein jeder Bienenvermehrung – von der ersten umgelarvten Made bis zur begatteten Jungkönigin. Wer sie sicher erkennt, richtig deutet und mit dem passenden Zubehör behandelt, legt den Grundstein für starke, gesunde Völker. Die passende Ausstattung für Deine Königinnenzucht – vom Begattungskästchen bis zum Zusetzkäfig – findest Du direkt bei Purewild.
Weiselzellen am unteren Wabenrand sind das deutlichste Zeichen dafür, dass ein Bienenschwarm bevorsteht.
In der Weiselzelle schwimmt die Larve regelrecht in Gelée Royale.