Was ist ein Bienenschwarm? – Ein Bienenschwarm ist die natürliche Vermehrung eines Bienenvolkes, bei der die alte Königin mit etwa der Hälfte der Bienen den Stock verlässt, um an anderer Stelle ein neues Volk zu gründen. Für Dich als Imker ist der Schwarmtrieb sowohl ein faszinierendes Naturschauspiel als auch eine Herausforderung, die Du mit Wissen und dem richtigen Zubehör sicher meisterst.
Wie funktioniert ein Bienenschwarm?
Der Schwarmvorgang beginnt lange vor dem eigentlichen Ausziehen im Inneren des Volkes. Wird der Stock zu eng oder ist das Volk stark und weiselfroh, legen die Arbeiterinnen Weiselzellen an, in denen neue Königinnen heranwachsen. Kurz bevor die erste junge Königin schlüpft, füllen sich die Sammlerinnen mit Honig und ziehen gemeinsam mit der alten Königin aus. Diese Bienenwolke sammelt sich zunächst als Traube an einem Ast oder Zaunpfahl, während Spurbienen eine neue Behausung suchen. Dieser ganze Ablauf ist tief in der Biologie der Honigbiene verankert und lässt sich beim Imkern steuern, aber nie vollständig abstellen.
Woraus besteht ein Bienenschwarm und welche Arten gibt es?
Ein Schwarm besteht aus mehreren tausend Arbeiterinnen, meist einigen hundert Drohnen und einer Königin. Man unterscheidet nach dem Zeitpunkt und der Königin: Der Vorschwarm zieht mit der alten, begatteten Königin aus und ist in der Regel der größte und wertvollste. Folgen weitere Schwärme, spricht man von Nachschwärmen, die von jungen, unbegatteten Königinnen angeführt werden und meist kleiner ausfallen. Ein Hungerschwarm entsteht dagegen aus reiner Futternot. Für die Praxis der Königinnenzucht ist das Verständnis dieser Zelltypen entscheidend, denn aus den überzähligen Weiselzellen lassen sich gezielt neue Königinnen gewinnen.
Wann tritt der Schwarmtrieb auf?
Die klassische Schwarmzeit liegt in Mitteleuropa zwischen Mitte April und Ende Juni, mit einem deutlichen Höhepunkt im Mai. Auslöser sind ein starkes Frühjahrsvolk, üppige Tracht, Wärme und vor allem Platzmangel im Brutnest. An warmen, windstillen Vormittagen ist die Wahrscheinlichkeit besonders hoch, dass ein schwarmlustiges Volk auszieht. Wer regelmäßig kontrolliert, erkennt die verräterischen Weiselzellen rechtzeitig und kann eingreifen. Ein gut mit Bienenkästen und ausreichend Raum ausgestatteter Stand nimmt dem Volk schon einen großen Teil des Schwarmdrucks.
Weshalb schwärmen Bienen überhaupt?
Das Schwärmen ist kein Fehler, sondern der natürliche Fortpflanzungsmechanismus des Bienenvolks als Superorganismus. Nur durch die Teilung entstehen aus einem Volk zwei, wodurch sich die Art vermehrt und ausbreitet. Gleichzeitig sorgt der Schwarmakt für eine natürliche Verjüngung, da im Muttervolk eine junge Königin nachrückt und die Brut unterbrochen wird, was auch die Varroamilbe zurückwirft. Für Dich bedeutet das: Der Trieb ist ein Zeichen für ein vitales, gesundes Volk. Wichtig ist nur, ihn zu lenken, statt ihn zu bekämpfen, damit Bienen und Nachbarschaft entspannt bleiben.
Wofür ist ein eingefangener Schwarm nützlich?
Ein gefangener Schwarm ist bares Geld und eine wunderbare Grundlage für ein neues Volk. Frisch eingeschlagene Schwärme bauen mit enormem Elan Waben, was sie ideal für den Wabenbau und zur Erneuerung des Wabenwerks macht. Du kannst damit Deinen Bestand vergrößern, Völkerverluste ausgleichen oder ein Volk an einem befreundeten Imker weitergeben. Wer keinen eigenen Schwarm erwischt, findet Alternativen unter Bienen kaufen – etwa als fertiges Volk oder als starken Ableger, der ähnlich unkompliziert durchstartet.
Wie fange ich einen Bienenschwarm sicher ein?
Sitzt der Schwarm als Traube greifbar an einem Ast, hältst Du eine Schwarmkiste oder eine leere Beute darunter und stößt kräftig, aber gezielt gegen den Ast, sodass die Traube hineinfällt. Ist die Königin dabei, ziehen die übrigen Bienen von selbst nach, was Du am typischen Sterzeln erkennst. Anschließend lässt Du die Kiste bis zum Abend am Standort, damit auch die letzten Flugbienen einlaufen. Zünde vor dem Einschlagen sicherheitshalber Deinen Smoker an und lege passendes Rauchmaterial bereit – wie ein Smoker im Detail arbeitet, liest Du im Eintrag Smoker.
Womit kombiniere ich das Einfangen und Einlogieren?
Ein Schwarm wird erst mit der richtigen Ausrüstung zur entspannten Aufgabe. In eine saubere Beute aus dem Sortiment Bienenkästen schlägst Du den Schwarm ein und gibst Mittelwände sowie eine Futterzarge. Damit das frisch einlogierte Volk in trachtarmen Phasen nicht hungert, reichst Du Flüssig- oder Teigfutter aus der Kategorie Bienenfutter. Zum Öffnen und Lösen der Rähmchen greifst Du zum Ami Stockmeißel aus der Kategorie Stockmeißel, und weiteres nützliches Gerät findest Du gebündelt unter Imkerwerkzeuge.
Worauf solltest Du beim Schutz und beim Kauf der Ausrüstung achten?
Auch wenn Schwarmbienen wegen ihrer vollen Honigblasen meist sanftmütig sind, gehört Schutzkleidung zur Grundausstattung. Ein gut sitzender Schleier, ein heller Anzug und robuste Handschuhe geben Dir die Ruhe, die Du für saubere Arbeit brauchst. Achte beim Kauf auf verlässliche Verarbeitung und passende Größen – bewährte Modelle findest Du in der Kategorie Imkerbekleidung, etwa die griffigen RuBee Bavaria Lederhandschuhe. Für die Königinnenkontrolle und Zucht rund um Nachschwärme leistet ein APIDEA Begattungskasten wertvolle Dienste. Alles zur sicheren Beruhigung der Bienen bündelt die Kategorie Bienenabwehr.
Für wen ist das Thema Bienenschwarm besonders wichtig?
Jeder, der Bienen hält, kommt am Schwarmtrieb nicht vorbei, doch besonders Jungimker sollten sich früh damit befassen. Denn ein unbemerkt abgegangener Schwarm bedeutet nicht nur den Verlust der halben Volksstärke und der Honigernte, sondern kann auch in fremden Gärten für Aufregung sorgen. Wer neu einsteigt und noch kein eigenes Volk hat, startet am einfachsten mit einem gekauften Bienenvolk oder einem regionaltypischen Purewild Carnica Bienenableger auf Zandermaß, der sanftmütig und wenig schwarmfreudig ist.
Welche Fehler solltest Du beim Schwarmmanagement vermeiden?
Der häufigste Fehler ist, den Völkern im Frühjahr zu wenig Aufmerksamkeit zu schenken und die Schwarmkontrolle im Sieben-Tage-Rhythmus zu versäumen. Wer Weiselzellen übersieht oder blind alle abbricht, ohne dem Volk Raum oder einen Ableger zu geben, provoziert entweder den Schwarm oder ein weiselloses Volk. Ebenso falsch ist es, einen eingefangenen Schwarm ohne Futter und Mittelwände sich selbst zu überlassen. Setze auf eine junge, sanftmütige Königin statt auf reine Zellbrechen – eine passende Bienenkönigin kannst Du gezielt zusetzen und so den Schwarmtrieb dämpfen.
Wie pflege und versorge ich einen frisch eingeschlagenen Schwarm?
In den ersten Tagen braucht der junge Schwarm Ruhe, Futter und eine Kontrolle auf Weiselrichtigkeit. Stelle die Beute an einen schattigen, ruhigen Platz und reiche in trachtarmer Zeit kontinuierlich Bienenfutter, damit die Bienen zügig Waben bauen können. Nach etwa einer Woche prüfst Du, ob Eier und offene Brut vorhanden sind – das zeigt Dir eine legende Königin an. Halte die Beute sauber und beobachte den Flugbetrieb, denn ein friedlich sammelndes Volk ist der beste Beleg für einen gelungenen Start.
Damit ist der Bienenschwarm weit mehr als ein Naturschauspiel: Er ist der Schlüssel zu Vermehrung, Verjüngung und einem gesunden Bienenbestand. Mit rechtzeitiger Kontrolle, der richtigen Schutzausrüstung und passenden Beuten wandelst Du den Schwarmtrieb von einem Risiko in eine echte Chance für Deine Imkerei. Die passende Ausstattung fürs Schwarmmanagement, gesunde Völker und alles rund ums Imkern findest Du direkt bei Purewild.