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Catch and Release

Was ist Catch and Release? – Catch and Release (deutsch „Fangen und Zurücksetzen") bezeichnet die Praxis, einen gefangenen Fisch nach dem Drill schonend vom Haken zu lösen und wieder lebend ins Gewässer zurückzusetzen, statt ihn zu entnehmen. Ziel ist es, den Fisch möglichst unverletzt und überlebensfähig freizulassen.

Der Begriff stammt aus dem angelsächsischen Raum und ist dort ein fester Bestandteil vieler Angelkulturen. In Deutschland ist die Rechtslage jedoch grundlegend anders als etwa in Großbritannien oder den USA – das reine Zurücksetzen aus rein sportlichen Gründen ist hierzulande nicht ohne Weiteres erlaubt. Wer die Methode versteht, muss deshalb sowohl die schonende Handhabung als auch die rechtlichen Rahmenbedingungen kennen. In diesem Glossar-Eintrag erklären wir Dir beides praxisnah.

Wie läuft Catch and Release richtig ab?

Beim Catch and Release geht es darum, den Stress und die Verletzungen für den Fisch so gering wie möglich zu halten. Der Ablauf beginnt schon vor dem Fang: Drille den Fisch zügig aus, statt ihn bis zur völligen Erschöpfung zu bekämpfen, denn ein total ausgezehrter Fisch erholt sich deutlich schlechter. Nutze eine der Fischgröße angemessene Ausrüstung, damit der Drill nicht unnötig lange dauert. Rute, Rolle und Schnur sollten dafür zusammenpassen: Eine kräftige Rute aus dem Bereich Angelruten und eine sauber eingestellte Bremse an der Angelrolle verkürzen den Drill spürbar.

Zum Landen verwendest Du am besten einen Kescher mit weichem, gummiertem Netz, weil dieses die Schleimhaut und die Flossen des Fisches schont. Ein grobmaschiger oder knotiger Kescher kann die schützende Schleimschicht verletzen und Flossenstrahlen brechen. Geeignete Modelle mit gummierter Netzeinlage findest Du in der Kategorie Kescher & Unterfangkescher. Fasse den Fisch nur mit nassen Händen an oder lege ihn auf eine nasse, weiche Unterlage – trockene Hände oder trockene Steine reißen die Schleimhaut auf.

Beim Abhaken zählt Schnelligkeit. Löse den Haken vorsichtig mit einem geeigneten Werkzeug und halte den Fisch dabei möglichst über einer weichen Ablage. Sitzt der Haken tief, schneide das Vorfach lieber knapp ab, statt lange im Schlund zu hantieren – ein einzelner Haken rostet meist mit der Zeit heraus, während eine grobe Bergung tödliche Verletzungen verursachen kann. Passende Werkzeuge zum sicheren und schnellen Lösen findest Du unter Hakenlöser.

Welche Ausrüstung brauchst Du für schonendes Zurücksetzen?

Die richtige Ausrüstung entscheidet darüber, ob ein zurückgesetzter Fisch tatsächlich überlebt. Drei Dinge gehören zur Grundausstattung: ein gummierter Kescher, ein guter Hakenlöser oder eine Arterienklemme und – gerade bei größeren Fischen wie Karpfen oder Hecht – eine weiche Unterlage.

Eine Abhakmatte ist besonders beim Angeln auf große Fische unverzichtbar. Sie polstert den Fisch, wenn er außerhalb des Wassers abgehakt und fotografiert wird, und verhindert Schäden an inneren Organen und Schuppen, falls er sich auf hartem Untergrund windet. Halte die Matte feucht, damit die Schleimhaut nicht am Material haften bleibt. Ergänzend erleichtern widerhakenlose oder angedrückte Haken das Lösen enorm und reduzieren die Verletzungen im Fischmaul. Eine breite Auswahl an Landehilfen findest Du in der übergeordneten Kategorie Kescher & Netze. Widerhakenlose oder angedrückte Modelle findest Du bei den Angelhaken; am Kunstköder lässt sich ein Drilling zudem gegen einen Einzelhaken tauschen.

Wie hältst Du die Zeit außerhalb des Wassers kurz?

Ein Fisch kann außerhalb des Wassers nicht atmen, deshalb ist jede Sekunde an Land Stress. Die Faustregel lautet: so kurz wie möglich, im Idealfall unter dreißig Sekunden. Bereite alles vor, bevor Du den Fisch aus dem Wasser hebst – Kamera bereitlegen, Hakenlöser griffbereit, Matte nässen.

Wenn Du ein Erinnerungsfoto machen möchtest, halte den Fisch waagerecht und stütze ihn mit beiden Händen, eine Hand am Schwanzstiel, die andere unter dem Bauch. Drücke niemals auf den Bauchraum und hänge den Fisch nicht senkrecht am Maul auf, denn das schädigt Kiefer und innere Organe. Je ruhiger und routinierter Du arbeitest, desto weniger zappelt der Fisch und desto geringer ist das Verletzungsrisiko für Tier und Angler.

Wie setzt Du den Fisch richtig zurück?

Das Zurücksetzen selbst ist mehr als nur „ins Wasser fallen lassen". Halte den Fisch im Wasser aufrecht, den Kopf gegen eine leichte Strömung oder bewege ihn im stehenden Gewässer sanft vor und zurück, damit frisches Wasser über die Kiemen strömt. So kann er wieder Sauerstoff aufnehmen und Kräfte sammeln.

Lass den Fisch erst los, wenn er von selbst kräftig abtaucht. Kippt er zur Seite oder treibt er an der Oberfläche, braucht er noch mehr Zeit – halte ihn weiter und gib ihm die Gelegenheit, sich zu stabilisieren. Ein hastig losgelassener, noch erschöpfter Fisch wird zur leichten Beute oder verendet später unbemerkt. Gerade nach einem langen Drill an warmen Sommertagen mit sauerstoffarmem Wasser ist diese Erholungsphase entscheidend.

Ist Catch and Release in Deutschland erlaubt?

Das ist der wichtigste und am häufigsten missverstandene Punkt: In Deutschland ist Catch and Release als reiner Selbstzweck rechtlich nicht zulässig. Das Tierschutzgesetz verbietet es, einem Wirbeltier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen. Einen Fisch gezielt nur zum Spaß zu fangen, um ihn anschließend wieder zurückzusetzen, gilt in der deutschen Rechtsprechung nicht als vernünftiger Grund.

Das bedeutet in der Praxis: Wer in Deutschland angelt, muss grundsätzlich die Absicht haben, einen fangfähigen und verwertbaren Fisch auch zu entnehmen. Das heißt aber keineswegs, dass jeder Fisch getötet werden muss. In vielen Situationen ist das Zurücksetzen sogar vorgeschrieben – dann greift ein anderer, legaler Zusammenhang, den wir im nächsten Abschnitt erklären. Wichtig ist die Unterscheidung: Zurücksetzen aus einem berechtigten Grund ist erlaubt und geboten, „Fangen nur zum Zurücksetzen" als Grundhaltung dagegen nicht.

Wann musst Du einen Fisch in Deutschland zurücksetzen?

Es gibt mehrere Fälle, in denen Du einen gefangenen Fisch nicht entnehmen darfst und ihn deshalb schonend zurücksetzen musst. Der häufigste Grund ist das Mindestmaß: Fische, die eine gesetzlich festgelegte Mindestlänge nicht erreichen, müssen zurückgesetzt werden, damit sie sich weiter entwickeln und fortpflanzen können.

Ebenso musst Du Fische zurücksetzen, die sich in der Schonzeit befinden – also in der Laichzeit, in der die jeweilige Art geschützt ist. Auch ganzjährig geschonte oder bedrohte Arten sowie Fänge über einem eventuell geltenden Küchenfenster oder Entnahmefenster gehören zurück ins Wasser. In all diesen Fällen ist das Zurücksetzen nicht nur erlaubt, sondern gesetzlich vorgeschrieben – und genau hier kommt die schonende Catch-and-Release-Technik völlig legal zum Einsatz. Die konkreten Mindestmaße und Schonzeiten regeln die Fischereigesetze und -verordnungen der einzelnen Bundesländer, Du solltest sie für Dein Gewässer immer kennen.

Welche Fehler solltest Du beim Zurücksetzen vermeiden?

Die häufigsten Fehler kosten den Fisch das Leben, obwohl der Angler ihn eigentlich schonen wollte. Ganz oben steht der Griff mit trockenen Händen, der die schützende Schleimschicht zerstört und Infektionen Tür und Tor öffnet. Ebenso schädlich ist eine zu lange Zeit an Land, etwa für ausgiebige Fotosessions.

Weitere typische Fehler sind das feste Zudrücken des Fisches, das Aufhängen am Maul bei schweren Fischen, das gewaltsame Bergen tief sitzender Haken und das zu frühe Loslassen eines noch erschöpften Fisches. Auch das Angeln bei sehr warmem, sauerstoffarmem Wasser erhöht die Sterblichkeit zurückgesetzter Fische deutlich. Wer diese Punkte beachtet, gummierte Landehilfen nutzt und zügig arbeitet, steigert die Überlebenschance eines zurückgesetzten Fisches erheblich.

Warum ist warmes Wasser beim Zurücksetzen so kritisch?

Warmes Wasser enthält physikalisch bedingt weniger gelösten Sauerstoff als kühles Wasser. Ein Fisch, der nach einem anstrengenden Drill ohnehin einen erhöhten Sauerstoffbedarf hat, findet im warmen Sommerwasser also schlechtere Bedingungen zur Erholung vor – die Sterblichkeit zurückgesetzter Fische steigt an heißen Tagen deutlich.

Wenn Du an solchen Tagen angelst, solltest Du besonders behutsam vorgehen: Drille kürzer, halte die Zeit an Land auf ein absolutes Minimum und nimm Dir für die Wiederbelebung im Wasser mehr Zeit als sonst. Bei sehr hohen Temperaturen und sichtbar gestressten Beständen ist es manchmal die verantwortungsvollste Entscheidung, das Angeln auf empfindliche Arten ganz zu verschieben. Rücksicht auf die Bedingungen ist Teil eines waidgerechten Umgangs mit dem Fisch.

Zusammengefasst: Catch and Release mit Verantwortung

Catch and Release beschreibt das schonende Fangen und Zurücksetzen von Fischen. Die Technik – zügiger Drill, gummierter Kescher, nasse Hände, kurze Zeit an Land und kontrolliertes Wiederbeleben – entscheidet über das Überleben des Fisches. In Deutschland ist das Zurücksetzen jedoch nur aus berechtigten Gründen erlaubt, etwa bei untermaßigen Fischen oder während der Schonzeit, nicht als reiner Selbstzweck. Wer beides beherzigt – die richtige Handhabung und die geltenden Regeln – handelt waidgerecht und tierschutzkonform.

Wie hängt Catch and Release mit waidgerechtem Angeln zusammen?

Beides greift ineinander: Waidgerecht handelt, wer dem Fisch unnötiges Leiden erspart – und genau darum geht es bei der schonenden Handhabung. Dazu gehört auch, gefangene Fische, die Du entnehmen darfst, nicht stundenlang zu quälen, sondern sie entweder sofort zu versorgen oder in einem ausreichend großen, knotenlosen Setzkescher im Wasser zu halten. Lösezangen, Maßbänder und Wiegeschlingen für den sauberen Ablauf findest Du im Angelzubehör.

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