Was ist ein Rähmchen? – Ein Rähmchen ist der rechteckige Holz- oder Kunststoffrahmen im Bienenkasten, in den die Bienen ihre Wabe bauen. Es hält die Mittelwand, gibt der Wabe Halt und Form und lässt sich einzeln aus der Beute ziehen, sodass Du Brut, Futter und Honig kontrollieren und ernten kannst.
Wie funktioniert ein Rähmchen?
Ein Rähmchen bildet den beweglichen Rahmen für eine einzelne Wabe und ist das Herzstück der modernen Mobilbau-Imkerei. In den offenen Rahmen spannst Du eine dünne Wachs-Mittelwand, an der die Bienen ihre Zellen nach beiden Seiten aufbauen. Weil das Rähmchen frei im Bienenkasten hängt und sich einzeln herausnehmen lässt, kannst Du jede Wabe prüfen, drehen und wieder einsetzen, ohne das Volk zu zerstören. Genau dieser bewegliche Wabenbau unterscheidet die heutige Imkerei vom früheren Festbau und macht die ganze Imkerei überhaupt erst planbar und kontrollierbar.
Woraus besteht ein Rähmchen?
Das klassische Rähmchen besteht aus vier Holzleisten: einem kräftigen Oberträger mit seitlichen Ohren, an denen es in der Beute aufliegt, zwei Seitenteilen und einem schmalen Unterträger. Als Holz wird meist gut abgelagertes Weymouthskiefern- oder Lindenholz verwendet, weil es leicht, formstabil und nagelbar ist. In die Rähmchen werden feine Edelstahldrähte gespannt, die die Mittelwand halten und der fertigen Wabe zusätzliche Stabilität geben. Neben Holz gibt es auch komplett aus Kunststoff gefertigte Rähmchen, die sich leichter reinigen lassen, in der klassischen deutschen Dr. Liebig Beute aber seltener zu finden sind als das bewährte Holzrähmchen.
Welche Arten und Maße von Rähmchen gibt es?
Rähmchen gibt es in verschiedenen genormten Größen, die zur jeweiligen Beute passen müssen – das ist der wichtigste Punkt überhaupt. Am weitesten verbreitet sind in Deutschland das Normalmaß und das etwas höhere Zandermaß, daneben findest Du Deutsch-Normal, Dadant und Langstroth. Ein Rähmchen im falschen Maß passt schlicht nicht in Deine Zarge, deshalb legst Du Dich zu Beginn auf ein System fest und bleibst dabei. Zusätzlich unterscheidet man Brutraum- und Honigraum-Rähmchen sowie Hoch- und Flachzargen-Formate. Wenn Du Deine erste Betriebsweise wählst, entscheidest Du Dich mit dem Rähmchenmaß zugleich für den passenden Beutentyp.
Wie ziehe ich ein Rähmchen auf und drahte es?
Bevor die Bienen bauen können, musst Du das Rähmchen nageln, drahten und mit einer Mittelwand versehen. Zuerst fügst Du die vier Leisten zusammen und fixierst sie mit Rähmchennägeln oder Klammern rechtwinklig. Dann spannst Du den Draht in geraden Bahnen durch die vorgebohrten Löcher der Seitenteile und ziehst ihn straff, damit er wie eine Saite klingt. Anschließend legst Du die Wachs-Mittelwand ein und lötest den Draht mit einem Trafo oder Sporn leicht ins Wachs ein. Sauber gedrahtete Rähmchen sind die Grundlage für gerade, stabile Waben, die beim Schleudern in der Honigverarbeitung nicht ausbrechen.
Weshalb ist der richtige Abstand der Rähmchen wichtig?
Zwischen den Rähmchen und zur Beutenwand muss überall der sogenannte Bee Space eingehalten werden – ein Zwischenraum von rund acht Millimetern. Ist der Abstand größer, bauen die Bienen wilde Zwischenwaben; ist er kleiner, verkitten sie die Spalten mit Propolis, und Du bekommst die Rähmchen kaum noch heraus. Deshalb sind die Ohren der Oberträger und häufig Abstandshalter oder Hoffmann-Seitenteile so geformt, dass sich der korrekte Abstand von selbst ergibt. Wer diesen Abstand respektiert, kann jedes Rähmchen sauber ziehen, ohne Waben zu quetschen oder Bienen zu verletzen. Der passende Dr. Liebig Hochboden und die abgestimmten Zargen sorgen dafür, dass der Bee Space über das ganze Volk hinweg stimmt.
Wofür brauche ich Rähmchen im Bienenvolk?
Rähmchen strukturieren das gesamte Volk und trennen die Aufgaben im Bienenkasten. Im Brutraum sitzen die Brutwaben, auf denen die Königin stiftet und die Ammenbienen die Larven pflegen; darüber im Honigraum lagern die Bienen den Nektar ein, der später zu Honig reift. Mit einem Dr. Liebig Fluglochkeil steuerst Du den Zugang zum Volk, während eine Dr. Liebig Holzbausperre die Rähmchen im Winter zusammenhält. Über einzelne Rähmchen entnimmst Du Futterwaben, erweiterst den Brutraum oder gibst Mittelwände zum Ausbauen – das Rähmchen ist damit Dein wichtigstes Werkzeug, um das Volk gezielt zu lenken.
Womit kombiniere ich Rähmchen bei der Arbeit am Volk?
Am geöffneten Volk arbeitest Du selten nur mit dem Rähmchen allein. Zum Lösen verkitteter Rähmchen und zum Abkratzen von Wildbau greifst Du zum Stockmeißel, den Du in der Kategorie Imkerwerkzeuge findest. Ein Smoker mit passendem Rauchmaterial beruhigt die Bienen, bevor Du das erste Rähmchen ziehst; wie der Rauch wirkt, erklärt der Glossar-Eintrag Smoker. Schützende Imkerbekleidung und die richtige Bienenabwehr gehören ebenso dazu, damit Du ruhig und sicher an jedem Rähmchen arbeiten kannst.
Worauf solltest Du beim Kauf von Rähmchen achten?
Achte beim Kauf zuerst auf das exakt passende Maß zu Deiner Beute, denn ein Millimeter Unterschied entscheidet, ob das Rähmchen sitzt oder klemmt. Prüfe die Holzqualität: sauber gehobelte, astfreie Leisten mit vorgebohrten Drahtlöchern erleichtern das Aufbauen enorm. Überlege, ob Du fertig genagelte oder günstigere Bausatz-Rähmchen möchtest, und ob Hoffmann-Seitenteile mit integriertem Abstandshalter für Dich sinnvoll sind. Kaufe lieber gleich einen ausreichenden Vorrat im selben System, damit Deine Rähmchen über alle Völker hinweg untereinander tauschbar bleiben. Passende Rähmchen und Zargen findest Du gebündelt bei den Bienenkästen.
Für wen sind Rähmchen wichtig – und wer arbeitet damit?
Rähmchen sind für jeden Imker unverzichtbar, vom ersten Jungvolk bis zum großen Berufsstand. Wer sich sein erstes Bienenvolk kaufen möchte, braucht von Anfang an einen Satz einheitlicher Rähmchen, um das Volk pflegen zu können. In der Königinnenzucht kommen spezielle Zuchträhmchen mit Weiselbechern zum Einsatz, und auch bei der Fütterung greifst Du über einzelne Rähmchen ein, wenn Du dem Volk aus dem Sortiment Bienenfutter zusetzt. Ob Hobbyimker oder Erwerbsimker: Der bewegliche Wabenbau im Rähmchen ist die gemeinsame Grundlage jeder modernen Betriebsweise.
Welche Fehler solltest Du bei Rähmchen vermeiden?
Der häufigste Anfängerfehler ist das Mischen verschiedener Maße – Rähmchen, die nicht ins System passen, kannst Du nicht tauschen und blockierst Dir jede Erweiterung. Vermeide außerdem zu locker gespannten Draht, weil die Waben sonst beim Schleudern durchhängen oder ausbrechen. Uralte, dunkle Brutwaben solltest Du nicht endlos im Volk lassen, sondern regelmäßig gegen frisch aufgezogene Rähmchen tauschen, um Krankheitsdruck zu senken. Und arbeite nie hektisch: Ziehst Du ein verkittetes Rähmchen ruckartig, quetschst Du Bienen und riskierst, die Königin zu verletzen. Ein sauberer Rubee Varroaschiebeboden hilft Dir zusätzlich, den Milbenbefall im Blick zu behalten.
Wie pflegst und lagerst Du Deine Rähmchen?
Rähmchen leben lange, wenn Du sie pflegst. Ausgeschleuderte oder ausgediente Rähmchen kratzt Du sauber, schmilzt das Altwachs aus und lagerst die leeren Rahmen trocken und luftig, damit sich keine Wachsmotten einnisten. Zur Vorbeugung hilft es, Leerwaben kühl oder mit Schwefel behandelt zu stapeln. Beschädigte Leisten ersetzt Du, lockeren Draht spannst Du nach. Geerntete Waben wandern nach dem Schleudern zur weiteren Honigverarbeitung, während der Honig in sauberen Honigbehältern abgefüllt wird. So halten gut gepflegte Rähmchen viele Jahre und begleiten Deine Völker über zahlreiche Saisons.
Damit ist das Rähmchen weit mehr als nur ein Holzrahmen – es ist das Fundament der beweglichen Wabe und damit der gesamten modernen Imkerei, von der Brutpflege über die Honigernte bis zur Völkerführung. Mit dem richtigen Maß, sauber gedrahteten Rahmen und etwas Pflege legst Du die Grundlage für gesunde, ertragreiche Völker. Die passenden Rähmchen, Beuten und das nötige Zubehör für Deinen Bienenstand findest Du direkt bei Purewild – jetzt stöbern und gut ausgerüstet in die nächste Imkersaison starten bei Purewild.
Das Rähmchen gibt der Bienenwabe den Halt und macht sie einzeln entnehmbar.