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Hundeausrüstung für die Bewegungsjagd

16 Min. Lesezeit

Die Bewegungsjagd stellt an deinen Hund ganz andere Anforderungen als der ruhige Ansitz. Dein Hund arbeitet frei, oft außer Sicht, über Stunden bei Kälte und Nässe, er stöbert Wild aus dichter Deckung und kommt dabei unweigerlich in Kontakt mit wehrhaftem Schwarzwild. Die richtige Ausrüstung entscheidet an diesen Tagen nicht nur über den Jagderfolg, sondern über die Sicherheit und die Gesundheit deines Hundes. Dieser Ratgeber zeigt dir, welche Ausrüstung dein Hund für die Bewegungsjagd wirklich braucht, worauf du bei Schutz, Ortung und Signalisation achten musst und wie du deinen Vierläufer über den langen Jagdtag fit und sicher hältst.

Was ist eine Bewegungsjagd und warum braucht der Hund dort besondere Ausrüstung?

Eine Bewegungsjagd ist eine Gesellschaftsjagd, bei der das Wild durch Treiber und Hunde in Bewegung gebracht und an den Schützenständen erlegt wird. Anders als beim stillen Ansitz arbeitet der Hund hier eigenständig, weiträumig und oft weit außerhalb der Sichtweite seines Führers. Genau daraus ergeben sich die besonderen Anforderungen an die Ausrüstung: Der Hund muss jederzeit auffindbar sein, er muss bei einem Angriff durch Schwarzwild geschützt sein, und er muss für die anderen Jagdteilnehmer eindeutig als Hund und nicht als Wild erkennbar bleiben. Ein freilaufender Stöberhund legt an einem einzigen Jagdtag häufig zehn bis zwanzig Kilometer zurück, durchschwimmt kalte Gewässer, drückt sich durch dorniges Dickicht und arbeitet dabei bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Ohne die passende Ausrüstung für den Jagdhund wird dieser Einsatz schnell zur Gefahr für das Tier.

Die Hochsaison der Bewegungsjagden liegt in Deutschland zwischen Anfang November und Mitte Januar. In diese Monate fallen die großen revierübergreifenden Drückjagden auf Schalenwild, bei denen das Laub gefallen ist und die Schützen weite Sicht haben. Wenn du dich mit den Grundlagen der Drückjagd vertraut machst, verstehst du schnell, warum der Hund in dieser Jagdart die zentrale Rolle spielt: Ohne stöbernde Hunde bleibt das Wild in der Deckung liegen, und die Jagd läuft ins Leere.

Welche Signalausrüstung macht den Hund auf der Bewegungsjagd sichtbar?

Die Signalisation ist die wichtigste Sicherheitsausrüstung überhaupt. Ein stöbernder Hund, der sich im Unterholz bewegt, kann aus der Entfernung leicht mit Wild verwechselt werden. Eine Signalhalsung oder eine Signalweste in grellem Orange oder Neongelb macht unmissverständlich klar, dass sich dort ein Hund bewegt, und verhindert damit im schlimmsten Fall einen fehlgeleiteten Schuss. Reflektierende Elemente verstärken die Wirkung in der Dämmerung und bei schlechten Lichtverhältnissen zusätzlich. Signalfarben sind deshalb an vielen Revieren bei Gesellschaftsjagden inzwischen Pflicht für jeden mitgeführten Hund.

Achte beim Kauf einer Signalweste darauf, dass sie eng am Körper anliegt und nicht im Dickicht hängen bleibt. Eine zu weite Weste kann sich in Ästen oder Stacheldraht verfangen und den Hund im schlimmsten Fall fixieren. Gute Signalwesten sind aus reißfestem, aber leichtem Material gefertigt, das kein Wasser aufsaugt und nach dem Durchschwimmen eines Grabens nicht zusätzlich beschwert. In der Warn- und Schutzausrüstung für den Hund findest du Signalwesten in verschiedenen Größen, die sich an den Körperbau deines Hundes anpassen lassen. Miss deinen Hund vor dem Kauf genau aus: Brustumfang, Rückenlänge und Halsumfang entscheiden darüber, ob die Weste sitzt oder stört.

Wie schützt du deinen Hund vor Verletzungen durch Schwarzwild?

Der Kontakt mit Schwarzwild ist auf der Bewegungsjagd die größte Gefahr für deinen Hund. Eine wehrhafte Bache oder ein starker Keiler kann mit den Waffen schwerste Verletzungen im Bauch- und Brustbereich zufügen. Genau hier setzt die Schutzweste an. Eine gute Schutzweste besteht aus schnittfestem, mehrlagigem Material, das die empfindliche Unterseite und die Flanken des Hundes abdeckt. Sie schützt die lebenswichtigen Organe im Brust- und Bauchraum vor den Hauern des Schwarzwilds und kann im Ernstfall über Leben und Tod entscheiden.

Beim Einsatz einer Schutzweste gibt es allerdings einen wichtigen Zielkonflikt: Je mehr Schutz die Weste bietet, desto schwerer und wärmer ist sie. Ein Hund, der die ganze Jagd über eine schwere Panzerung trägt, überhitzt schneller und ermüdet früher. Erfahrene Hundeführer wägen deshalb genau ab, ob und wann sie die Schutzweste einsetzen. Bei reinen Drückjagden auf Rehwild in übersichtlichem Gelände verzichten viele darauf, während bei gezielten Jagden auf Schwarzwild in dichtem Bruch die Schutzweste zur Pflichtausrüstung gehört. Kombiniere Schutz und Signalisation nach Möglichkeit in einem System, damit der Hund nicht zwei übereinanderliegende Westen tragen muss. Viele moderne Schutzwesten sind bereits in Signalfarben erhältlich und erfüllen damit beide Aufgaben gleichzeitig.

Gewöhne deinen Hund rechtzeitig vor der Jagdsaison an das Tragen von Weste und Schutz. Ein Hund, der zum ersten Mal am Jagdtag eine Schutzweste umgeschnallt bekommt, bewegt sich steif, unsicher und verliert an Arbeitsfreude. Lass ihn die Ausrüstung schon bei den Trainingsgängen tragen, damit sie für ihn zur Selbstverständlichkeit wird. Das Gewöhnen an Ausrüstung ist ein wichtiger Baustein in der Ausbildung und im Gehorsam und sollte lange vor dem ersten Ernsteinsatz beginnen.

Warum ist die GPS-Ortung auf der Bewegungsjagd so wichtig?

Ein stöbernder Hund arbeitet weiträumig und ist für seinen Führer über weite Strecken weder sicht- noch hörbar. Moderne GPS-Ortungssysteme haben die Bewegungsjagd in den letzten Jahren grundlegend verändert. Mit einem GPS-Sender am Halsband kannst du die Position deines Hundes jederzeit auf einem Handgerät oder dem Smartphone verfolgen. Du siehst, wo er arbeitet, ob er steht, läuft oder schwimmt, und du erkennst sofort, wenn er sich festgelegt hat oder in Schwierigkeiten gerät. Das ist nicht nur eine Frage des Komforts, sondern des Tierschutzes: Ein verletzter oder erschöpfter Hund, der sich in einem abgelegenen Winkel festgelegt hat, lässt sich mit GPS innerhalb von Minuten finden, während die Suche ohne Ortung Stunden dauern und im schlimmsten Fall erfolglos bleiben kann.

Achte beim GPS-Sender auf eine lange Akkulaufzeit, denn ein Jagdtag kann von der Morgendämmerung bis in den Nachmittag dauern. Die Reichweite der Geräte ist in hügeligem oder bewaldetem Gelände begrenzt, deshalb ist eine gute Topografie-Darstellung auf dem Empfänger hilfreich. Ergänzend zur elektronischen Ortung hat sich die klassische Glocke bewährt. Eine laut klingende Glocke am Halsband verrät dir die ungefähre Position und die Arbeitsweise deines Hundes auch dann, wenn du kein Empfangsgerät zur Hand hast, und sie zeigt dem erfahrenen Führer am Klangbild an, ob der Hund sucht, drückt oder steht. Passende Halsungen für die Aufnahme von Sender und Glocke findest du in der Kategorie Halsungen und Leinen.

Welche Halsungen und Leinen gehören zur Grundausstattung?

Für die Bewegungsjagd brauchst du mehr als eine einfache Spazierhalsung. Während der Hund frei stöbert, trägt er in der Regel eine breite, gepolsterte Halsung, die Sender und Glocke sicher aufnimmt und sich auch bei starkem Zug nicht in die Kehle schnürt. Für den Transport zum Stand und für die Zeit zwischen den Treiben brauchst du eine robuste Führleine, idealerweise aus wetterfestem Material, das auch nass griffig bleibt. Viele Hundeführer tragen zusätzlich einen Schweißriemen bei sich, denn nach jeder Bewegungsjagd steht häufig die Suche nach krankgeschossenem Wild an. Der lange Riemen erlaubt es dem Hund, die Fährte konzentriert und mit Abstand zum Führer auszuarbeiten.

Ein gut sitzendes Geschirr kann bei bestimmten Einsätzen sinnvoller sein als eine Halsung, besonders bei Hunden, die auf der Nachsuche stark in den Riemen gehen. Achte darauf, dass sämtliche Verschlüsse und Karabiner aus korrosionsbeständigem Metall bestehen, denn Kunststoffverschlüsse können bei Kälte spröde werden und brechen. Die Verbindung zwischen zuverlässiger Ausrüstung und sauberer Arbeit zeigt sich besonders deutlich bei der Nachsuche mit dem Schweißhund, bei der Riemen, Halsung und die Ruhe des Hundes perfekt zusammenspielen müssen.

Wie stellst du einen Erste-Hilfe-Beutel für den Hund zusammen?

Auf keiner Bewegungsjagd darf ein Erste-Hilfe-Set für den Hund fehlen. Verletzungen durch Schwarzwild, Schnittwunden an scharfkantigen Gegenständen, Stacheldraht oder Glasscherben gehören zum Risiko dieser Jagdart. Ein durchdachtes Notfallset passt in eine kleine wasserdichte Tasche und sollte griffbereit am Körper getragen werden, nicht im Auto liegen. Zur Grundausstattung gehören sterile Wundauflagen, eine elastische selbsthaftende Binde zum Anlegen eines Druckverbands, eine stabile Schere, eine Zeckenzange, eine Pinzette zum Entfernen von Fremdkörpern und ein Einmalhandschuh-Paar. Ein Tacker zum provisorischen Verschließen großer Platzwunden gehört in erfahrene Hände und kann bei einem aufgerissenen Bauch den entscheidenden Unterschied machen, bis der Tierarzt erreicht ist.

Wichtiger als jedes Material ist allerdings dein Wissen. Übe das Anlegen eines Druckverbands an deinem ruhig liegenden Hund, bevor der Ernstfall eintritt. Lerne, eine Blutung von einer harmlosen Schramme zu unterscheiden, und präge dir ein, wo sich die nächste tierärztliche Notfallpraxis befindet und wie du sie erreichst. Trage die Telefonnummer immer bei dir. Bei starken Blutungen zählt jede Minute, und ein ruhiges, geübtes Vorgehen rettet Leben. Besprich mit dem Jagdleiter vor der Jagd, wo im Falle einer schweren Verletzung der schnellste Weg zum Tierarzt führt.

Wie hältst du deinen Hund über den langen Jagdtag leistungsfähig?

Ein Bewegungsjagdtag ist für den Hund eine enorme körperliche Belastung. Zwischen den Treiben braucht dein Hund Ruhe, Wärme und Energie. Führe ausreichend Wasser mit, denn trotz Kälte verliert ein arbeitender Hund viel Flüssigkeit, und offene Gewässer sind nicht immer sauber oder erreichbar. Eine zusammenfaltbare Trinkschale gehört in jeden Rucksack. Für die Energieversorgung zwischendurch eignen sich hochwertige, leicht verdauliche energiereiche Snacks, die dem Hund schnell verfügbare Energie liefern, ohne den Magen zu belasten. Eine große Mahlzeit unmittelbar vor dem Treiben ist dagegen tabu, da ein voller Magen die Gefahr einer lebensbedrohlichen Magendrehung erhöht.

In den Pausen zwischen den Treiben ist es wichtig, dass der Hund nicht auskühlt. Ein nasser Hund, der bei Minustemperaturen bewegungslos im Auto oder an der Leine wartet, verliert rasch an Körpertemperatur und Leistungsfähigkeit. Eine warme, trocknende Hundedecke für die Ruhephasen hilft, den Hund zwischen den Einsätzen wieder aufzuwärmen und abzutrocknen. Reibe deinen Hund nach einem Wasserkontakt grob trocken und halte ihn in Bewegung oder gut zugedeckt, bis das nächste Treiben beginnt. Nach der Jagd verdient dein Hund besondere Aufmerksamkeit: Kontrolliere ihn gründlich auf Verletzungen, taste den ganzen Körper ab, prüfe die Pfoten auf Risse und Fremdkörper und gönne ihm nach dem Fiebern des Jagdtags ausreichend Ruhe.

Welche Rolle spielt die Ausbildung für den sicheren Ausrüstungseinsatz?

Die beste Ausrüstung nützt wenig, wenn der Hund nicht gelernt hat, mit ihr zu arbeiten, und wenn der Grundgehorsam nicht sitzt. Ein Hund, der auf der Bewegungsjagd eingesetzt wird, muss standruhig sein, auf Distanz abrufbar bleiben und darf sich nicht vom Schuss irritieren lassen. Diese Grundlagen legst du lange vor dem ersten Jagdeinsatz. Wenn du einen jungen Hund heranziehst, beginnt die Arbeit bereits in der Welpenzeit: Die frühe Prägung auf Wild, Schuss und fremde Umgebungen entscheidet maßgeblich darüber, wie gelassen der Hund später im Jagdbetrieb auftritt. Wie du systematisch vorgehst, wenn du einen Jagdhundwelpen prägen möchtest, haben wir in einem eigenen Ratgeber ausführlich beschrieben.

Mit zunehmendem Alter folgt die eigentliche jagdliche Ausbildung. Die Schussfestigkeit, der sichere Gehorsam und die Standruhe am Stand sind unverzichtbar, bevor ein Hund in ein Treiben darf. Wenn du deinen Jagdhund ausbilden willst, baust du diese Bausteine Schritt für Schritt auf. Dazu gehört auch die Apportierarbeit, denn nach dem Schuss muss der Hund erlegtes Wild zuverlässig und unbeschädigt bringen. Das zuverlässige Bringen, die sogenannte Bringtreue, ist eine der wichtigsten Eigenschaften eines brauchbaren Jagdhundes. Übe den Apport systematisch, am besten schon früh über das Apportiertraining mit Dummy, bevor du am Wild arbeitest.

Was besagt der Brauchbarkeitsnachweis und warum ist er Pflicht?

In Deutschland dürfen auf Gesellschaftsjagden nur brauchbare Jagdhunde eingesetzt werden. Die Brauchbarkeit wird in einer Prüfung nachgewiesen, deren Anforderungen die Landesjagdverbände und der Jagdgebrauchshundverband in Prüfungsordnungen festlegen. Für die Arbeit auf der Bewegungsjagd ist vor allem die Stöberprüfung von Bedeutung, in der der Hund als spurlauter Stöberer zeigt, dass er selbstständig und ausdauernd Wild aus der Deckung drückt. Der Hintergrund dieser Anforderung ist der Tierschutz: Nur ein brauchbarer Hund stellt sicher, dass krankgeschossenes Wild schnell gefunden und von unnötigem Leid bewahrt wird. Das Gebot, zur Nachsuche brauchbare Hunde bereitzuhalten, ist Ausdruck der im Bundesjagdgesetz verankerten Grundsätze der deutschen Weidgerechtigkeit.

Für dich als Hundeführer bedeutet das: Die Ausrüstung ist nur ein Teil der Vorbereitung. Ein brauchbarer Hund, der seine Prüfung abgelegt hat, der schussfest und standruhig ist und der mit Signalweste, Schutz und Ortung souverän umgeht, ist das eigentliche Ziel. Die Ausrüstung macht aus einem gut ausgebildeten Hund einen sicheren, auffindbaren und geschützten Jagdhelfer. Sie ersetzt aber niemals die solide Grundausbildung.

Wie bereitest du deinen Hund konditionell auf die Saison vor?

Die Bewegungsjagd ist Leistungssport für den Hund, und wie jeder Sportler braucht er ein gezieltes Training, bevor die Saison beginnt. Ein Hund, der das Jahr über nur kurze Spaziergänge kennt, ist für einen zehn- bis zwanzig Kilometer langen Jagdtag im kalten Dickicht nicht gerüstet. Beginne spätestens im Spätsommer damit, die Ausdauer und die Muskulatur deines Hundes systematisch aufzubauen. Lange, zügige Märsche in abwechslungsreichem Gelände, Schwimmen und kontrolliertes Freilaufen stärken Herz, Kreislauf und Bewegungsapparat. Steigere die Belastung langsam und achte auf die Signale deines Hundes, denn Überlastung in der Vorbereitung schadet mehr, als sie nützt.

Ebenso wichtig wie die Kondition ist die Pfotengesundheit. Die Ballen müssen abgehärtet sein, damit sie auf gefrorenem Boden, scharfkantigem Schotter und in dornigem Unterholz nicht aufreißen. Regelmäßige Bewegung auf unterschiedlichen Untergründen härtet die Ballen auf natürliche Weise ab. Kontrolliere die Pfoten vor und nach jedem Training und kürze die Krallen rechtzeitig. Ein Hund mit wunden oder verletzten Pfoten fällt mitten in der Saison aus, und das lässt sich mit konsequenter Vorbereitung vermeiden. Denke daran, dass auch das Verhalten trainiert werden muss: Übe die Standruhe, den sicheren Rückruf über Distanz und die Gelassenheit beim Schuss immer wieder, damit diese Fähigkeiten am Jagdtag abrufbar sind.

Wie transportierst und verwahrst du deinen Hund am Jagdtag?

Zwischen Anreise, den einzelnen Treiben und den Pausen verbringt dein Hund viel Zeit im Transport und in der Unterbringung. Eine sichere, gut belüftete Transportbox im Fahrzeug schützt den Hund bei der Fahrt und bietet ihm in den Pausen einen ruhigen, geschützten Rückzugsort. Die Box sollte so groß sein, dass der Hund bequem liegen, aber sich nicht wild drehen kann, und sie sollte mit einer trockenen, wärmenden Unterlage ausgelegt sein. Gerade an nasskalten Jagdtagen ist der trockene, windgeschützte Platz in der Box entscheidend dafür, dass der Hund zwischen den Einsätzen nicht auskühlt und leistungsfähig bleibt.

Lass einen nassen, erhitzten Hund niemals im Luftzug stehen und niemals ungesichert im offenen Kofferraum liegen. Sorge für Schatten im Spätsommer und für Wärme im Winter. Wenn du mehrere Hunde führst, trenne sie im Transport, um Reibereien und Verletzungen zu vermeiden. Eine durchdachte Unterbringung ist kein Luxus, sondern Teil des verantwortungsvollen Umgangs mit dem Jagdhelfer, der dir den ganzen Tag treu dient.

Praxis: So packst du deinen Rucksack für die Bewegungsjagd

Am Morgen einer Bewegungsjagd zahlt sich eine durchdachte Packliste aus. Ganz nach oben gehört die Signalweste, denn sie wird als Erstes angelegt. Darunter, falls auf Schwarzwild gejagt wird, die Schutzweste. An die Halsung kommen GPS-Sender und Glocke, beide am Vorabend auf vollen Akku und festen Sitz geprüft. In den Rucksack gehören der Erste-Hilfe-Beutel griffbereit nach oben, eine faltbare Trinkschale mit einer Flasche Wasser, ein Vorrat an Snacks, eine trockene Decke und ein großes Handtuch zum Abtrocknen. Eine Ersatzleine und ein Schweißriemen runden die Ausstattung ab. Prüfe am Vorabend jeden Verschluss, jeden Akku und jeden Karabiner, denn am Jagdmorgen im Dunkeln bleibt dafür keine Zeit.

Denke auch an dich selbst: Eine zweite Signalbekleidung für dich, trockene Handschuhe und etwas Verpflegung gehören ebenso in den Rucksack wie das Wissen über die Standorte der Reviergrenzen und die Absprachen mit dem Jagdleiter. Je besser du vorbereitet bist, desto entspannter kannst du dich auf deinen Hund konzentrieren. Gerade wenn im Anschluss an die Bewegungsjagd noch eine Schusszeichen-Ansprache und eine Nachsuche anstehen, ist ein geordneter Rucksack Gold wert.

Besonderheiten bei der Nacht- und Dämmerungsjagd

Viele Bewegungsjagden beginnen im ersten Büchsenlicht und enden in der Dämmerung. In diesen Phasen ist die Sichtbarkeit deines Hundes besonders kritisch. Reflektierende Signalwesten und zusätzliche Leuchtmittel am Halsband, etwa ein kleines LED-Ortungslicht, erhöhen die Sicherheit erheblich. Bei gezielten nächtlichen Ansätzen auf Schwarzwild, wie du sie bei der Nachtjagd auf Schwarzwild kennenlernst, gelten noch einmal strengere Anforderungen an die Ortung und den Schutz des Hundes. Ein beleuchtetes Ortungshalsband hilft dir, den Hund in der Dunkelheit nicht aus den Augen zu verlieren, ohne das Wild unnötig zu beunruhigen.

Häufige Fehler, die du vermeiden solltest

Ein verbreiteter Fehler ist, die Ausrüstung erst am Jagdtag anzulegen, ohne den Hund daran gewöhnt zu haben. Das führt zu Unsicherheit und schlechter Arbeit. Ein zweiter Fehler ist falsche Sparsamkeit beim Schutz: Wer auf Schwarzwild jagt und auf eine Schutzweste verzichtet, riskiert schwere Verletzungen seines Hundes. Ebenso riskant ist es, den GPS-Sender nicht vollständig zu laden oder die Reichweite im Gelände zu überschätzen. Dritter Fehler: den Hund nach dem Durchschwimmen kalter Gewässer auskühlen zu lassen. Und schließlich unterschätzen viele die Bedeutung der Grundausbildung und setzen einen Hund ein, der nicht standruhig oder nicht schussfest ist. Jeder dieser Fehler lässt sich mit guter Vorbereitung vermeiden.

Häufige Fragen zur Hundeausrüstung für die Bewegungsjagd

Braucht wirklich jeder Hund eine Schutzweste? Nein. Die Schutzweste ist vor allem bei der Jagd auf Schwarzwild in dichter Deckung sinnvoll, wo der Hund mit wehrhaften Sauen in Kontakt kommt. Bei Drückjagden auf Rehwild in übersichtlichem Gelände verzichten viele Hundeführer darauf, weil die Weste den Hund belastet und die Überhitzungsgefahr steigt. Entscheide situationsabhängig und wäge Schutz gegen Beweglichkeit ab.

Ist ein GPS-Sender rechtlich erlaubt? Die reine Ortung des eigenen Hundes über GPS ist erlaubt und in der modernen Bewegungsjagd Standard. Vorsicht ist nur bei Geräten geboten, die neben der Ortung weitere Funktionen bieten. Informiere dich über die Regelungen deines Bundeslandes, denn das Jagdrecht ist Ländersache und die Details können abweichen.

Welche Farbe sollte die Signalweste haben? Grelles Orange und Neongelb haben sich bewährt, weil sie sich vom herbstlichen und winterlichen Wald deutlich abheben und auch von farbfehlsichtigen Personen gut wahrgenommen werden. Reflektierende Streifen erhöhen die Sichtbarkeit in der Dämmerung zusätzlich. Wichtig ist, dass die Weste eng anliegt und im Dickicht nicht hängen bleibt.

Ab welchem Alter darf ein Hund auf die Bewegungsjagd? Ein Hund sollte körperlich ausgewachsen, geprüft brauchbar, schussfest und standruhig sein, bevor er in ein Treiben darf. In der Regel ist das frühestens mit anderthalb bis zwei Jahren der Fall, abhängig von Rasse und individueller Reife. Ein zu früher Einsatz überfordert den Hund und kann ihn nachhaltig verderben.

Wie reinige und pflege ich die Ausrüstung nach der Jagd? Spüle Signal- und Schutzwesten nach jeder Jagd mit klarem Wasser ab, um Schmutz und Schweiß zu entfernen, und lasse sie an der Luft trocknen, nicht auf der Heizung. Prüfe Nähte, Verschlüsse und Reflektoren regelmäßig auf Beschädigungen. GPS-Sender lädst du nach jedem Einsatz vollständig auf und bewahrst sie trocken auf. Eine gepflegte Ausrüstung hält viele Jahre und ist im Ernstfall verlässlich.

Fazit

Die Bewegungsjagd fordert deinen Hund körperlich wie kaum eine andere Jagdart, und sie birgt echte Gefahren. Die richtige Ausrüstung aus Signalweste, situationsabhängigem Schutz, zuverlässiger GPS-Ortung, passenden Halsungen und einem griffbereiten Erste-Hilfe-Beutel macht den Einsatz sicherer und erfolgreicher. Genauso wichtig sind die Versorgung mit Wasser und Energie, der Schutz vor Auskühlung und vor allem eine solide Grundausbildung. Bereite dich und deinen Hund rechtzeitig vor der Saison vor, gewöhne ihn an seine Ausrüstung und pflege sie sorgfältig. Dann wird dein Vierläufer zum sicheren, geschützten und zuverlässigen Partner an jedem Jagdtag. Die passende Ausrüstung findest du gebündelt in unserem Sortiment rund um den Jagdhund und seine Arbeit im Revier.

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