Watbekleidung
Watbekleidung ist der Ausrüstungsteil, der dich vom Ufer ins Wasser bringt. Sie hält dich trocken, hält dich warm und entscheidet an kalten Tagen darüber, wie lange du überhaupt draußen bleiben kannst. Ob du im Frühjahr an der Forellenstrecke stehst, im Sommer eine Kiesbank im Fluss erreichen willst oder im Winter an der Ostseeküste auf Meerforelle gehst — ohne passende Watbekleidung endet der Tag früher, als er müsste.
Grundsätzlich unterscheidet man drei Bauformen. Die Hüftwathose reicht bis zur Hüfte und wird am Gürtel befestigt. Sie ist leicht, schnell an- und ausgezogen und reicht für flache Bäche, Uferzonen und die meisten Forellenteiche. Die Brustwathose geht bis unter die Achseln und wird mit Trägern gehalten — das ist die Standardlösung für Flüsse, tiefere Uferzonen und alles, was über Kniehöhe hinausgeht. Der Wattanzug schließlich verbindet Wathose und Jacke zu einer Einheit und kommt vor allem im Meeresbereich und bei sehr kaltem Wasser zum Einsatz.
Beim Material hast du im Wesentlichen die Wahl zwischen Neopren und atmungsaktiven Membranen. Neopren isoliert hervorragend und ist damit die richtige Wahl für kaltes Wasser und lange Standzeiten — dafür schwitzt du darin, sobald du dich bewegst oder die Lufttemperatur steigt. Atmungsaktive Modelle transportieren Feuchtigkeit nach außen und sind deutlich angenehmer, wenn du viel läufst oder im Sommer unterwegs bist. Sie isolieren aber kaum, weshalb du darunter entsprechend anziehen musst. Passende Angelsocken sind bei beiden Varianten kein Zubehör, sondern Teil des Systems.
Wie warm hältst du dich unter der Wathose? Nach dem Zwiebelprinzip. Direkt auf der Haut Funktionswäsche, die Feuchtigkeit abtransportiert, darüber eine isolierende Schicht. Baumwolle gehört nicht darunter, weil sie Schweiß speichert und dich anschließend auskühlt. Für die obere Körperhälfte findest du passende Lagen unter Hoodies & Pullover und Hoodies & Pullover für Damen, darüber gehört eine wasserdichte Angeljacke oder eine Angeljacke für Damen.
Bei den Füßen gibt es zwei Bauweisen. Modelle mit angeschweißtem Stiefel sind schnell angezogen und dicht, geben aber wenig Halt und lassen sich in der Größe nicht anpassen. Modelle mit Neoprenfüßling werden mit separaten Watschuhen kombiniert, sitzen dadurch deutlich besser und geben auf rutschigem Grund erheblich mehr Sicherheit. Wer im Fluss unterwegs ist, sollte diese Variante wählen. Für den Weg zum Wasser und für alles, was ohne Waten auskommt, findest du Alternativen unter Angelschuhe, Gummistiefel und für den Winter unter Thermostiefel & Winterstiefel.
Zur Sicherheit gehört ein Punkt, über den zu selten gesprochen wird: der Watgürtel. Er wird außen über der Brustwathose geschlossen und verhindert, dass sich die Hose bei einem Sturz vollständig mit Wasser füllt. Das macht den Unterschied zwischen einer nassen Angelhose und einer gefährlichen Situation. Trage ihn immer, auch im flachen Wasser, und ziehe ihn so fest, dass du gerade noch bequem atmen kannst. Ebenso wichtig: Bewege dich seitlich zur Strömung, taste jeden Schritt ab und wate nie weiter, als du zurückgehen kannst.
Welche Größe ist die richtige? Watbekleidung wird nicht knapp gekauft. Du musst dich darin hocken, über Steine steigen und mehrere Schichten darunter tragen können. Miss deine Schuhgröße mit dickem Socken und orientiere dich bei der Konfektion eher an der nächstgrößeren Angabe. Zu enge Wathosen scheuern an den Innenseiten der Oberschenkel durch — das ist die häufigste Ursache für undichte Stellen, und sie tritt schneller auf, als die meisten erwarten.
Zur Pflege: Nach jedem Einsatz von innen und außen trocknen lassen, am besten hängend und nicht in der prallen Sonne. Salzwasser wird vorher mit klarem Wasser abgespült, weil Salzkristalle das Gewebe angreifen. Gelagert wird locker hängend, nicht scharf gefaltet — Knickstellen sind bei Membranmaterialien die Stellen, an denen später Wasser durchkommt. Kleine Löcher lassen sich mit dem passenden Reparaturset dauerhaft schließen; die undichte Stelle findest du, indem du die Hose in einem dunklen Raum von innen mit einer Lampe aus dem Bereich Lichtquellen ausleuchtest.
Wofür brauchst du Watbekleidung überhaupt, wenn du auch vom Ufer aus angeln kannst? Weil du damit Stellen erreichst, an denen sonst niemand fischt. Ein paar Meter im Wasser bringen dich hinter den Uferbewuchs, ermöglichen den geraden Wurf flussaufwärts und lassen dich Fische von einer Seite anwerfen, aus der sie keinen Druck gewohnt sind. Beim Fliegenfischen mit Fliegenrute und Fliegenrolle ist Waten praktisch Voraussetzung, an der Forellenstrecke mit Forellenruten erweitert es den Radius erheblich.
Ergänzend gehören ein Unterfangkescher mit kurzem Stiel, eine Polarisationsbrille zum Erkennen der Struktur unter der Oberfläche und Handschuhe für kalte Tage zur Watausrüstung. Eine Kopfbedeckung schützt zusätzlich vor Sonne und Wind. Den kompletten Überblick über unser Bekleidungssortiment findest du unter Angelbekleidung.