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Kirrung

Was ist eine Kirrung? – Eine Kirrung ist eine jagdliche Einrichtung, an der geringe Mengen Futter ausgebracht werden, um vor allem Schwarzwild an einen festen, überschaubaren Platz zu locken und es dort waidgerecht bejagen zu können. Anders als bei einer Fütterung geht es nicht um die Ernährung des Wildes, sondern allein darum, es zur Strecke bringen zu können und sein Verhalten zu lenken.

Die Kirrung ist eines der wichtigsten Werkzeuge der Schwarzwildbejagung. Weil Sauen überwiegend nachtaktiv sind, weite Strecken ziehen und im hohen Bewuchs kaum zu bejagen sind, braucht der Jäger einen berechenbaren Platz, an dem das Wild regelmäßig und zu einer einschätzbaren Zeit erscheint. Genau das leistet die Kirrung: Sie bündelt das Aufkommen an einem kontrollierbaren Ort und macht den Ansitz überhaupt erst erfolgversprechend.

Was ist der Unterschied zwischen Kirrung und Fütterung?

Der Unterschied liegt im Zweck und in der Menge. Eine Kirrung dient dem Anlocken zur Bejagung und arbeitet mit nur kleinen Futtermengen, während eine Fütterung der Ernährung und Versorgung des Wildes dient, insbesondere in Notzeiten, und größere Mengen bereitstellt.

Diese Abgrenzung ist nicht nur eine Frage der Definition, sondern rechtlich bedeutsam. An der Kirrung darf nur so viel Futter liegen, dass das Wild beschäftigt wird und verweilt, ohne satt zu werden. Üblich ist eine kleine Menge Kirrgut, die von den Sauen erst aufgebrochen und erarbeitet werden muss, damit sie länger am Platz bleiben. Eine Ablenkfütterung wiederum soll das Wild von Schadflächen wie Feldern fernhalten und ist von beidem noch einmal zu unterscheiden. Was genau erlaubt ist, regeln die Landesjagdgesetze und Verordnungen sehr unterschiedlich, weshalb du dich vor dem Anlegen einer Kirrung immer über die Vorgaben in deinem Bundesland und deinem Revier informieren musst.

Welches Kirrgut wird an der Kirrung verwendet?

Als Kirrgut kommt meist heimisches, wildbrethygienisch unbedenkliches Futter zum Einsatz, klassischerweise Mais, daneben auch Getreide, Eicheln oder Erbsen. Wichtig ist, dass das Futter das Wild bindet, aber nicht mästet, und dass es keine gesundheitlichen Risiken für Wild und Wildbret birgt.

Mais ist das mit Abstand verbreitetste Kirrgut, weil er günstig ist, gut angenommen wird und sich einfach ausbringen lässt. Damit die Sauen nicht in wenigen Minuten alles aufnehmen und weiterziehen, wird das Kirrgut oft so angeboten, dass die Tiere es erarbeiten müssen: eingegraben, unter Steinen oder Holz, in einer Kirrröhre oder einem Kirrautomaten, der nur kleine Portionen freigibt. Auf verdorbenes oder schimmeliges Futter ist strikt zu verzichten, da es dem Wild schadet und die Qualität des Wildbrets gefährdet. Auch Speisereste und ungeeignete Abfälle haben an einer Kirrung nichts zu suchen, nicht zuletzt wegen der Gefahr, Tierseuchen wie die Afrikanische Schweinepest zu verbreiten.

Wie legt man eine Kirrung richtig an?

Eine gute Kirrung liegt an einem ruhigen, deckungsnahen Ort, der vom Ansitz aus sicher einsehbar und beschießbar ist und windtechnisch günstig zum Hochsitz steht. Standortwahl, Sauberkeit und Regelmäßigkeit entscheiden über den Erfolg.

Der Platz sollte so gewählt sein, dass die Sauen sich sicher fühlen, also in der Nähe von Dickungen, Suhlen oder Wechseln, aber gleichzeitig ein sicherer Schuss möglich ist. Der Wind ist entscheidend: Er muss vom erwarteten Anwechsel des Wildes zum Ansitz hin stehen oder quer, niemals vom Jäger zur Kirrung, sonst wird das Wild den Menschen wittern und ausbleiben. Ein sicherer Kugelfang hinter der Kirrung ist Pflicht. Die Kirrung wird regelmäßig und sparsam beschickt, damit sich eine feste Gewohnheit beim Wild einstellt, und sie wird sauber gehalten. Kontrolle und Beschickung erfolgen möglichst geräuscharm und zu Zeiten, in denen das Wild nicht am Platz ist, damit die Vertrautheit erhalten bleibt.

Wie wird an der Kirrung gejagt?

An der Kirrung wird klassisch vom Hochsitz oder einer Kanzel aus angesessen. Der Jäger bezieht rechtzeitig und leise seinen Ansitz, wartet auf das vertraute Anwechseln der Sauen und gibt bei passender Gelegenheit einen ruhigen, sicheren Schuss ab.

Weil Schwarzwild überwiegend in der Dämmerung und Nacht aktiv ist, spielt die richtige Ausrüstung eine große Rolle. Zum sicheren Ansprechen und Beobachten in der Dunkelheit hat sich moderne Technik wie eine Wärmebildkamera etabliert, mit der das Wild schon lange vor dem eigentlichen Schuss erkannt und angesprochen werden kann. Der Ablauf entspricht dem einer klassischen Ansitzjagd: ruhiges Verhalten, geduldiges Warten und ein wohlüberlegter Schuss. Damit dieser Schuss auch in der Dunkelheit und über die oft kurze, aber angespannte Wartezeit hinweg sicher sitzt, ist eine ruhige Waffenauflage unverzichtbar. Welche Auflage sich dafür eignet, erklärt der Ratgeber zum richtigen Zielstock für den Ansitz.

Welche Kirreinrichtungen und Kirrarten gibt es?

Für die Kirrung haben sich verschiedene Einrichtungen bewährt, die alle dem Ziel dienen, das Futter portioniert und für das Wild erarbeitbar anzubieten. Verbreitet sind Kirrröhren, Kirrfässer, einfache Erd- und Steinkirrungen sowie mechanische Kirrautomaten. Welche Form sinnvoll ist, hängt vom Revier, vom Wilddruck und von der rechtlichen Lage ab.

Die einfachste Form ist die Erdkirrung, bei der das Kirrgut flach eingegraben oder unter Laub und Erde verbracht wird, sodass die Sauen es mit dem Wurf freilegen müssen. Ähnlich funktioniert die Steinkirrung, bei der schwere Steine über dem Futter liegen, die das Wild erst beiseiteschieben muss. Beide Varianten sorgen dafür, dass die Sauen länger am Platz beschäftigt sind, was die Chance auf einen ruhigen Schuss erhöht. Kirrröhren und Kirrfässer geben das Futter dosiert und geschützt vor Vögeln und Nässe ab. Mechanische Kirrautomaten mit Zeitschaltung werfen zu einstellbaren Zeiten kleine Mengen aus, dürfen aber je nach Landesrecht nicht überall und nicht in beliebiger Menge eingesetzt werden. Allen gemeinsam ist, dass sie sparsam beschickt und sauber gehalten werden müssen, damit die Kirrung ihren Zweck erfüllt und nicht zur Fütterung wird.

Wann und wie oft sollte man kirren?

Gekirrt wird in der Regel ganzjährig oder saisonal, je nach Landesrecht und Bejagungsziel, wobei Regelmäßigkeit wichtiger ist als große Mengen. Nur eine kontinuierlich und maßvoll beschickte Kirrung wird vom Wild angenommen und regelmäßig besucht.

Damit die Sauen eine feste Gewohnheit entwickeln, muss die Kirrung verlässlich und in kleinen Mengen nachgefüllt werden. Reißt die Beschickung ab, bleibt das Wild aus und muss unter Umständen neu an den Platz gewöhnt werden. Gleichzeitig darf nicht so viel Futter liegen, dass die Tiere satt werden und den Reiz verlieren. Die Kontrolle der Kirrung nutzt der Jäger auch, um das Aufkommen einzuschätzen, etwa anhand von Trittsiegeln, aufgebrochenem Boden oder mithilfe einer Wildkamera. So erkennt er, welche Stücke wann anwechseln, und kann seinen Ansitz gezielt darauf ausrichten. Kirren ist damit kein einmaliges Anlegen, sondern eine dauerhafte, aufmerksame Revierarbeit.

Was ist beim Kirren rechtlich und waidgerecht zu beachten?

Kirren ist in Deutschland länderrechtlich unterschiedlich geregelt und immer an Bedingungen geknüpft. Erlaubte Kirrgutmengen, zugelassene Futtermittel, die Zahl der Kirrungen pro Fläche und teils auch die Kennzeichnung sind je nach Bundesland verschieden, weshalb die jeweilige Landesregelung maßgeblich ist.

Grundsätzlich gilt, dass eine Kirrung nur der Bejagung dienen darf und nicht zur verdeckten Fütterung werden soll. Auch an der Kirrung ist stets waidgerechtes Handeln oberstes Gebot: Es wird nur auf sicher angesprochenes, freigegebenes Wild und nur mit sicherem Kugelfang geschossen, und der saubere, tötende Schuss steht über dem Jagderfolg. Hinzu kommen im Zusammenhang mit der Afrikanischen Schweinepest strenge Hygiene- und teils Einschränkungsregeln für das Kirren, die je nach Seuchenlage und Region gelten können. Wer eine Kirrung betreibt, trägt Verantwortung für Wild, Wildbret und Tierbestand und muss die geltenden Vorschriften genau kennen und einhalten.

Warum ist die Kirrung für die Schwarzwildbejagung so wichtig?

Die Kirrung ist eines der wenigen wirksamen Mittel, um die stark wachsenden Schwarzwildbestände überhaupt planvoll bejagen zu können. Ohne einen berechenbaren Bejagungsplatz wäre das heimliche, nachtaktive Schwarzwild kaum in nennenswertem Umfang zu erlegen.

Angesichts hoher Schwarzwilddichten, wachsender Wildschäden in der Landwirtschaft und der Gefahr durch Tierseuchen kommt der effektiven Bejagung große Bedeutung zu. Die Kirrung erlaubt es, das Wild an kontrollierten Stellen zu bejagen, das Aufkommen einzuschätzen und den Abschuss gezielt zu steuern. Richtig und maßvoll betrieben, ist sie damit ein zentraler Baustein einer verantwortungsvollen, waidgerechten und wirksamen Schwarzwildbejagung.

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