Was ist eine Honigschleuder? – Eine Honigschleuder ist ein Gerät der Honigverarbeitung, das den Honig mit Fliehkraft aus den entdeckelten Waben treibt, ohne diese zu zerstören. Über eine drehbare Trommel schleuderst Du den Honig heraus, fängst ihn am Boden auf und lässt die Waben für die Bienen wiederverwendbar zurück.
Wie funktioniert eine Honigschleuder?
Das Prinzip der Honigschleuder ist die Zentrifugalkraft. Du setzt die entdeckelten Honigwaben in einen drehbaren Rähmchenkorb, der sich in einem geschlossenen Kessel bewegt. Sobald Du die Trommel in Rotation versetzt, drückt die Fliehkraft den Honig aus den Zellen an die Kesselwand, wo er nach unten läuft und sich am Boden sammelt. Über einen Quetschhahn zapfst Du ihn anschließend ab. Der große Vorteil gegenüber dem Auspressen ist, dass die Wabe unbeschädigt bleibt und Du sie den Bienen zurückgeben kannst, damit sie diese nicht komplett neu bauen müssen. So arbeitest Du schonend, sauber und deutlich schneller als mit älteren Methoden.
Welche Arten von Honigschleuder gibt es?
Grundsätzlich unterscheidest Du zwischen Tangential- und Radialschleudern. Bei der Tangentialschleuder stehen die Waben mit der Fläche zur Drehrichtung, sodass zunächst nur eine Wabenseite entleert wird und Du die Rähmchen einmal wenden musst. Die Radialschleuder ordnet die Waben speichenförmig an und leert beide Seiten gleichzeitig, was sie für größere Erntemengen ideal macht. Daneben gibt es Handschleudern mit Kurbel und elektrische Modelle mit Motor. Für Einsteiger, die zunächst nur ein paar Bienenkästen bewirtschaften, reicht oft eine kleine Handschleuder, während ambitionierte Imker mit vielen Völkern von einer motorisierten Radialschleuder profitieren. Rund um das Thema Ernte lohnt ein Blick in die gesamte Rubrik Imkern.
Woraus besteht eine Honigschleuder?
Eine hochwertige Honigschleuder besteht heute überwiegend aus lebensmittelechtem Edelstahl, seltener aus lebensmittelgeeignetem Kunststoff. Edelstahl ist die erste Wahl, weil er rostfrei, geschmacksneutral und leicht zu reinigen ist – ein entscheidender Punkt, wenn es um ein Naturprodukt wie Honig geht. Der Kessel bildet die geschlossene Außenwand, in ihm dreht sich der Rähmchenkorb, angetrieben über eine Kurbel oder einen Motor mit Getriebe. Am Boden sitzt der Quetsch- oder Honighahn, über den Du den Honig sauber in Deine Honigbehälter ablässt. Ein stabiler Stand und ein passender Deckel gegen Spritzer runden eine gute Schleuder ab.
Wann setzt Du die Honigschleuder ein?
Die Honigschleuder kommt zur Haupterntezeit zum Einsatz, meist im Frühsommer nach der Frühtracht und im Hochsommer nach der Sommertracht. Entscheidend ist der Reifegrad des Honigs: Erst wenn die Bienen mindestens zwei Drittel der Wabe verdeckelt haben und der Wassergehalt niedrig genug ist, darfst Du schleudern. Zu früh geernteter Honig gärt später, weil er zu feucht ist. Vor dem Schleudern entnimmst Du die vollen Honigwaben aus den Zargen, wobei ein Smoker und etwas Rauchmaterial helfen, die Bienen ruhig zu halten. Wie der Rauch die Völker beruhigt, erklärt der Eintrag Smoker ausführlich.
Weshalb ist die Honigschleuder so wichtig?
Ohne Schleuder müsstest Du die Waben auspressen und dabei zerstören, was Bienen viel Energie und Wachs kostet und den Honig oft mit Wabenresten verunreinigt. Die Honigschleuder trennt den Honig sauber vom Wabenbau und liefert ein klares, reines Produkt. Gleichzeitig schont sie das wertvolle Wabenwerk, das die Bienen anschließend wiederbefüllen können. Damit ist die Schleuder das Herzstück jeder Honigernte und der Grund, warum moderne Imker deutlich höhere Erträge bei besserer Qualität erzielen als frühere Generationen. Sie spart Zeit, schont die Völker und sichert die Honigqualität.
Wofür brauchst Du sie über das Schleudern hinaus?
Die Schleuder ist der zentrale Baustein einer ganzen Verarbeitungskette. Nach dem Schleudern siebst Du den Honig, lässt ihn in Eimern klären und rührst ihn später cremig. Damit dieser Ablauf reibungslos läuft, brauchst Du die passenden Gefäße: einen großen Hobbock 40Kg für große Mengen sowie handliche Abfülleimer wie den Honigeimer 25Kg oder den Honigeimer 12,5Kg. Ein passender Deckel für 12,5Kg Eimer hält den Honig sauber und schützt ihn vor Feuchtigkeit und Staub, bis Du ihn abfüllst.
Womit kombinierst Du die Honigschleuder?
Rund um die Schleuder brauchst Du weiteres Werkzeug für die Honigverarbeitung. Zum Entdeckeln dienen Entdeckelungsgabel oder -messer, zum Reinigen der Rähmchen ein Zelluloid-Schaber wie der Bienen Ruck Zelluloid-Schaber groß rot. Für hygienisches Arbeiten greifst Du zu Einweghandschuhen wie den Papstar Einweghandschuhen aus PE. Beim Entnehmen der Waben am Volk schützt Dich robuste Imkerbekleidung, und stabile RuBee Bavaria Lederhandschuhe bewahren Dich vor Stichen. Weitere Helfer findest Du unter Imkerwerkzeuge.
Worauf solltest Du beim Kauf achten?
Achte auf lebensmittelechten Edelstahl, eine saubere Verarbeitung ohne scharfe Kanten und einen dicht schließenden Honighahn ohne Tropfneigung. Überlege, wie viele Waben Deine Zargen fassen, damit der Rähmchenkorb zum Rahmenmaß passt. Für kleine Imkereien reicht eine handbetriebene Vier-Waben-Schleuder, für größere lohnt ein Motor. Prüfe außerdem den Standfuß auf Stabilität, denn eine unwuchtige Trommel wandert sonst über den Boden. Die passende Ausstattung dafür findest Du gebündelt in der Kategorie Honigverarbeitung. Wer sein erstes Volk noch sucht, wird unter Bienen kaufen fündig.
Für wen lohnt sich eine Honigschleuder?
Eine Honigschleuder lohnt sich für jeden, der ernsthaft Honig ernten will – vom Hobbyimker mit zwei, drei Völkern bis zum Berufsimker mit dutzenden Beuten. Schon ab dem ersten Erntejahr amortisiert sich eine solide Handschleuder, weil Du damit sauberen, marktfähigen Honig gewinnst. Wer nur ein einziges Volk hält, kann anfangs auf eine Vereinsschleuder zurückgreifen, doch mit wachsender Völkerzahl wird die eigene Schleuder schnell zur lohnenden Investition. Auch wer sich mit Königinnenzucht beschäftigt und Völker vermehrt – etwa mit einem APIDEA Begattungskasten – braucht am Ende die passende Erntetechnik.
Welche Fehler solltest Du vermeiden?
Der häufigste Fehler ist zu frühes Schleudern von unreifem, zu feuchtem Honig, der später gärt. Ebenso solltest Du die Trommel nicht ruckartig auf volle Drehzahl bringen, denn dann brechen die noch schweren Waben. Beginne langsam, wende bei der Tangentialschleuder rechtzeitig und steigere die Geschwindigkeit erst nach und nach. Vermeide außerdem, die Schleuder ungereinigt stehen zu lassen, weil eingetrockneter Honig Reinigung und Hygiene erschwert. Und öffne nie die drehende Trommel – warte, bis sie vollständig steht.
Welches Zubehör und welche Randbereiche gehören dazu?
Rund um die Ernte gibt es weitere Bereiche, die zum Imkerjahr gehören. Zum Schutz der Völker dient die Bienenabwehr, zum Öffnen der Beuten der Stockmeißel, den Du unter Stockmeißel findest. Nach der Ernte muss das Volk aufgefüttert werden, wofür Du im Bereich Bienenfutter das passende Winterfutter findest. So bildet die Schleuder das Zentrum, um das sich Werkzeug, Behälter und Pflege des Volkes gruppieren.
Wie pflegst und lagerst Du die Honigschleuder?
Reinige die Schleuder direkt nach dem Einsatz mit lauwarmem Wasser, solange der Honig noch nicht angetrocknet ist – heißes Wasser kann Wachsreste verschmieren. Trockne Kessel, Korb und Hahn anschließend gründlich, damit sich kein Rost oder Schimmel bildet. Lagere das Gerät trocken und staubgeschützt, idealerweise mit lose aufgelegtem Deckel. Fette bewegliche Teile am Getriebe nur mit lebensmittelechtem Öl. So bleibt Deine Honigschleuder über viele Erntejahre hygienisch einwandfrei und einsatzbereit.
Damit ist die Honigschleuder aus Kessel, Rähmchenkorb und Antrieb das Herzstück jeder sauberen Honigernte – vom entdeckelten Rähmchen bis zum gefüllten Eimer. Mit der passenden Schleuder, den richtigen Behältern und etwas Übung legst Du die Grundlage für reinen, marktfähigen Honig aus Deinen eigenen Völkern. Die passende Ausstattung für Deine nächste Ernte findest Du direkt bei Purewild.