Was ist ein Drohnenrahmen? – Ein Drohnenrahmen ist ein leeres oder nur mit einem schmalen Anfangsstreifen versehenes Rähmchen, das du in den Brutraum deines Bienenvolkes hängst, damit die Bienen darin gezielt Drohnenwaben bauen. Er dient in erster Linie der biotechnischen Varroabekämpfung: Weil die Varroamilbe die Drohnenbrut deutlich bevorzugt, sammeln sich die Milben in dieser Wabe, und du entnimmst sie mit der verdeckelten Drohnenbrut aus dem Volk. Der Drohnenrahmen wird deshalb auch Baurahmen oder Drohnenbaurahmen genannt.
Der Drohnenrahmen gehört zu den wichtigsten Werkzeugen einer sauberen, chemiearmen Betriebsweise. Er kostet dich fast nichts, nutzt den natürlichen Bautrieb deines Volkes aus und senkt den Milbendruck bereits im Frühjahr und Sommer, also lange bevor du im Spätsommer mit Säuren behandelst. Wer den Baurahmen von Anfang an konsequent einsetzt, verschafft seinem Volk einen echten Vorsprung in die kritische Phase des Bienenjahres. Auf dieser Seite erfährst du, wie ein Drohnenrahmen funktioniert, wann und wie du ihn einsetzt, welchen Rhythmus du einhalten musst und welche Fehler du vermeiden solltest.
Warum bevorzugt die Varroamilbe ausgerechnet die Drohnenbrut?
Die Varroamilbe vermehrt sich ausschließlich in der verdeckelten Brut, und zwar bevorzugt in der Drohnenbrut. Der Grund liegt in der längeren Entwicklungszeit: Während eine Arbeiterin rund 21 Tage bis zum Schlupf braucht, dauert die Entwicklung einer Drohne etwa 24 Tage, und die Verdeckelung erfolgt später. In dieser längeren verdeckelten Phase kann die Milbe mehr Nachkommen großziehen. Untersuchungen zeigen, dass die Varroamilbe die Drohnenbrut um ein Vielfaches häufiger befällt als die Arbeiterinnenbrut. Genau diese biologische Vorliebe machst du dir mit dem Drohnenrahmen zunutze: Du bietest der Milbe bewusst eine "Falle" aus Drohnenbrut an und schneidest sie samt der eingeschlossenen Milben heraus, bevor die Drohnen und mit ihnen die nächste Milbengeneration schlüpfen.
Wie funktioniert die Drohnenbrutentnahme Schritt für Schritt?
Das Prinzip ist einfach und wirkungsvoll. Du hängst den leeren Drohnenrahmen in den Brutraum. Weil dem Volk im Frühjahr natürlicherweise Drohnenwabe fehlt, bauen die Bienen den Rahmen zügig mit den großzelligen Drohnenzellen aus, die Königin bestiftet sie, und die Ammenbienen pflegen die Drohnenlarven. Sobald die Brut vollständig verdeckelt ist – also kurz bevor die ersten Drohnen schlüpfen würden – nimmst du den Rahmen heraus und schneidest die verdeckelte Drohnenbrut mit einem Messer oder einer Entdeckelungsgabel aus. Mit der Brut entfernst du auch die Milben, die sich in den Zellen eingenistet haben. Anschließend hängst du den leeren oder frisch ausgeschnittenen Rahmen wieder zurück, und der Kreislauf beginnt von vorne. Das passende Schneidewerkzeug und den Stockmeißel findest du in unserer Kategorie Imkerwerkzeuge.
Entscheidend ist das Timing: Der Rahmen muss heraus, bevor die Drohnen schlüpfen. Schneidest du zu spät, schlüpfen die Milben mit den Drohnen aus, und du hast das Gegenteil erreicht – du hättest die Milben dann sogar noch vermehrt. Deshalb ist der feste Rhythmus beim Drohnenrahmen so wichtig.
In welchem Rhythmus musst du den Drohnenrahmen schneiden?
Als Faustregel gilt ein Schnitt etwa alle drei Wochen, sobald die Wabe verdeckelt ist. Da die verdeckelte Phase der Drohnenbrut rund neun bis zehn Tage dauert und die Gesamtentwicklung etwa 24 Tage beträgt, hast du ein Zeitfenster von wenigen Tagen zwischen "vollständig verdeckelt" und "erste Drohnen schlüpfen". Viele Imker arbeiten deshalb mit zwei Drohnenrahmen im Wechsel: Während die eine Wabe ausgebaut und bestiftet wird, reift die andere heran. So hast du immer eine schnittreife Wabe zur Hand und verpasst den richtigen Zeitpunkt nicht. Trag dir die Kontrolltermine unbedingt in deinen Kalender ein – ein vergessener Drohnenrahmen ist der häufigste Anfängerfehler und schadet mehr, als er nutzt.
Wann im Jahr setzt du den Baurahmen ein?
Die Drohnenbrutentnahme funktioniert nur, solange das Volk in Drohnenstimmung ist, also von etwa April bis Ende Juni oder Anfang Juli. In dieser Zeit hat das Volk einen starken Bautrieb und baut den Rahmen bereitwillig aus. Ab dem Hochsommer stellen die Völker die Drohnenzucht ein, dann wird der Rahmen nicht mehr angenommen. Beginne also früh, sobald die Völker im Frühjahr in Schwung kommen und die ersten frischen Waben gebaut werden. Ein früher Start ist wichtig, weil du so den Milbendruck von der ersten Vermehrungsrunde an niedrig hältst.
Wo im Bienenkasten hängst du den Drohnenrahmen hin?
Der bewährte Platz ist der Rand des Brutnestes, typischerweise an zweiter Position von außen oder direkt neben der letzten Brutwabe. Dort bauen die Bienen den Drohnenbau am liebsten, ohne dass das Brutnest zerrissen wird. Hängst du den Rahmen zu weit außen, wird er häufig nur zum Teil ausgebaut; setzt du ihn mitten ins Brutnest, störst du die Königin. Achte darauf, dass die Zargen und Rähmchen sauber und funktionsfähig sind – passende Bienenkästen und Rähmchen sind die Grundlage für einen gut angenommenen Baurahmen.
Drohnenrahmen, Baurahmen oder Naturbau – wo ist der Unterschied?
Die Begriffe werden oft synonym verwendet, meinen aber leicht Verschiedenes. Ein klassischer Baurahmen ist ein leeres Rähmchen ohne Mittelwand, in dem die Bienen frei bauen – und weil Drohnenzellen größer sind, entsteht dort fast immer Drohnenbau. Ein Drohnenrahmen im engeren Sinn kann auch ein Rähmchen mit einer speziellen Drohnenmittelwand sein, die von vornherein die großen Zellen vorgibt. Für die Varroabekämpfung ist der einfache Baurahmen mit Anfangsstreifen völlig ausreichend und am günstigsten. Manche Imker teilen den Rahmen mit einem Querholz, sodass ober- und unterhalb getrennt geschnitten werden kann – das erleichtert das versetzte Arbeiten mit einer schnittreifen und einer nachwachsenden Hälfte.
Was machst du mit der ausgeschnittenen Drohnenbrut?
Die ausgeschnittene, verdeckelte Drohnenbrut gehört nicht zurück ans Volk und auch nicht offen in die Nähe des Bienenstandes, sonst holst du dir die Milben zurück. Entsorge sie sauber: Du kannst sie einfrieren und später kompostieren, in der Biotonne entsorgen oder als eiweißreiches Futter an Hühner verfüttern. Das ausgeschmolzene Wachs der jungen Drohnenwabe ist übrigens besonders sauber und unbelastet, weil es frisch gebaut und nie für Honig genutzt wurde – es eignet sich gut für den eigenen Wachskreislauf. Damit schließt der Drohnenrahmen auch einen sinnvollen Kreis in der Wabenhygiene.
Wie viel bringt die Drohnenbrutentnahme wirklich?
Die Drohnenbrutentnahme ist kein Wundermittel, aber ein sehr wirksamer Baustein. Konsequent von April bis Juli durchgeführt, kann sie den Milbenbefall im Volk deutlich reduzieren und den Anstieg der Population über den Sommer verlangsamen. Sie ersetzt jedoch nicht die Sommer- und Winterbehandlung mit organischen Säuren, sondern ergänzt sie. Wer nur den Drohnenrahmen einsetzt und die Spätsommerbehandlung weglässt, wird sein Volk nicht durch den Winter bringen. Die richtige Reihenfolge lautet also: Drohnenbrutentnahme im Frühjahr und Sommer als Vorbeugung, danach die gezielte Behandlung nach der Honigernte.
Schadet der Drohnenbau dem Volk oder der Honigernte?
Nein. Ein gesundes Volk zieht von Natur aus einen gewissen Anteil Drohnen groß, das gehört zum normalen Bienenleben und zur Fortpflanzung. Der Bautrieb, den du mit dem Drohnenrahmen kanalisierst, ist ohnehin vorhanden – du lenkst ihn nur an eine kontrollierbare Stelle. Die Sorge, das Volk werde durch die Entnahme geschwächt, ist unbegründet, solange du im normalen Rahmen bleibst und ein starkes Volk hast. Auf die Honigmenge hat der Baurahmen keinen negativen Einfluss; im Gegenteil, ein gesundes, milbenarmes Volk sammelt zuverlässiger. Wenn du generell in das Thema einsteigen willst, findest du im Ratgeber Imkern für Anfänger die Grundlagen zur Betriebsweise.
Worauf solltest du beim Drohnenrahmen besonders achten?
Der wichtigste Punkt ist die Disziplin beim Schneiden: Nur ein rechtzeitig entnommener Rahmen bringt etwas, ein vergessener verdoppelt das Problem. Setze den Rahmen früh in der Saison ein, arbeite am besten mit zwei Waben im Wechsel und führe eine kurze Notiz, wann welche Wabe geschnitten wurde. Achte darauf, dass die Königin die Wabe auch wirklich bestiftet – ein nur ausgebauter, aber leer gebliebener Rahmen zeigt, dass er zu weit außen hängt oder das Volk zu schwach ist. Und schneide immer die vollständig verdeckelte Brut, nicht die offene, denn nur in der verdeckelten Zelle sitzen die Milben fest. Mit diesem einfachen, aber konsequenten Vorgehen ist der Drohnenrahmen eines der besten Werkzeuge für eine gesunde, naturnahe Bienenhaltung.