Was ist eine Bienenflucht? – Eine Bienenflucht ist eine flache Zwischenzarge mit einem Einweg-System, die Du vor der Honigernte zwischen Brutraum und Honigraum legst. Die Bienen wandern nachts nach unten in den Brutraum ab, finden aber nicht mehr zurück, sodass der Honigraum am nächsten Tag weitgehend bienenfrei ist.
Wie funktioniert eine Bienenflucht?
Das Prinzip der Bienenflucht ist so einfach wie genial: Sie arbeitet wie eine Einbahnstraße für Bienen. In der Mitte oder an den Ecken sitzen kleine Durchlässe – oft sternförmige, kegelförmige oder rautenartige Kunststoffeinsätze – durch die die Bienen zwar nach unten in den Brutraum krabbeln, den Weg zurück nach oben aber nicht wiederfinden. Legst Du die Bienenflucht am Abend ein, folgen die Arbeiterinnen über Nacht ihrem Drang, sich um Brut und Königin im Brutnest zu sammeln. Am nächsten Morgen ist der Honigraum fast leer, und Du kannst die vollen Waben abnehmen, ohne Hunderte Bienen abkehren zu müssen. Wer regelmäßig imkert, findet die passenden Helfer rund um dieses Thema in der Kategorie Imkern.
Woraus besteht eine Bienenflucht und welche Arten gibt es?
Der Rahmen einer Bienenflucht besteht meist aus Holz oder Kunststoff und ist so flach gebaut, dass er wie eine dünne Zarge zwischen die Beutenteile passt. Entscheidend ist der Einsatz im Inneren. Die Sternflucht (auch Rauten- oder Kreuzflucht genannt) hat mehrere sternförmige Ausgänge und leert den Honigraum besonders schnell. Die Kegel- oder Rundflucht arbeitet mit einem einzelnen Trichter und ist sehr zuverlässig, braucht aber etwas mehr Zeit. Daneben gibt es die klassische Rhombus-Flucht mit acht Ausgängen. Welche Bauform am besten zu Deinen Bienenkästen passt, hängt von Beutensystem und Volksstärke ab – die Flucht muss exakt das Maß Deiner Zargen haben, damit keine Lücken entstehen.
Wann setze ich die Bienenflucht ein?
Der richtige Zeitpunkt ist der Schlüssel zum Erfolg. Du legst die Bienenflucht typischerweise am Abend vor der geplanten Honigernte ein, sodass sie 12 bis 24 Stunden wirken kann. Wichtig ist, dass sich im Honigraum keine offene Brut mehr befindet, denn sonst bleiben die Ammenbienen bei der Brut sitzen und wandern nicht ab. Ideal ist kühleres Wetter, weil sich die Bienen dann stärker im Brutnest zusammenziehen. Lässt Du die Flucht zu lange liegen, kann der Honig an Temperatur verlieren und die Bienen finden vereinzelt doch den Rückweg. Eine Stockwaage hilft Dir dabei, den optimalen Erntezeitpunkt anhand des Gewichtsverlaufs zu bestimmen.
Weshalb ist die Bienenflucht so schonend?
Die Bienenflucht gilt als eine der stressärmsten Methoden, den Honigraum zu räumen. Statt die Bienen mühsam Wabe für Wabe abzukehren oder mit chemischen Vertreibungsmitteln zu arbeiten, überlässt Du der Natur die Arbeit: Die Bienen wandern freiwillig ab. Das bedeutet weniger Aufregung im Volk, weniger Verluste und ein deutlich ruhigeres Arbeiten für Dich. Gerade im Vergleich zu Chemikalien aus dem Bereich der Bienenabwehr ist die Bienenflucht rückstandsfrei und schont die Gesundheit von Volk und Verbraucher. Der Honig bleibt naturbelassen, und Du minimierst das Risiko von Stichen und aufgebrachtem Flugverkehr am Stand.
Wofür brauche ich eine Bienenflucht konkret?
Ihr Haupteinsatz ist die Vorbereitung der Honigernte. Wenn Du mehrere Völker bewirtschaftest, sparst Du mit Bienenfluchten enorm viel Zeit, weil Du nicht jede einzelne Wabe von Hand freifegen musst. Anschließend wandern die abgenommenen, bienenfreien Honigwaben direkt in die Honigverarbeitung, wo Du sie entdeckelst und schleuderst. Der fertige Honig wird danach in saubere Honigbehälter abgefüllt. So bildet die Bienenflucht das erste Glied einer sauberen Erntekette – vom Volk bis ins Glas.
Womit kombiniere ich die Bienenflucht am Stand?
Die Bienenflucht ist Teil Deiner Erntewerkzeuge und spielt mit anderen Helfern zusammen. Zum Öffnen der Beute und Lösen der propolisverklebten Zargen brauchst Du einen Stockmeißel – bewährte Modelle findest Du in der Kategorie Stockmeißel, etwa den robusten Bienenstockmeißel aus unserer Eigenmarke oder den handlichen Ami Stockmeißel. Für die wenigen Bienen, die dennoch auf den Waben sitzen bleiben, greifst Du zum Bienenbesen aus der Kategorie Bienenbesen – zum Beispiel den weichen Rubee Abkehrbesen oder den klassischen Abkehrbesen. Etwas Rauch beruhigt das Volk beim Einlegen der Flucht: Wie ein Smoker funktioniert, liest Du im verlinkten Glossareintrag, und passende Geräte gibt es in der Kategorie Smoker – etwa den bewährten Rubee Ami Smoker groß.
Worauf solltest Du beim Kauf einer Bienenflucht achten?
Das wichtigste Kriterium ist die Passgenauigkeit: Die Bienenflucht muss exakt zu Deinem Beutenmaß passen, egal ob Zander, Dadant oder Deutsch Normalmaß. Achte auf eine stabile, verzugsfreie Rahmenkonstruktion und einen sauber verarbeiteten Einsatz ohne scharfe Kanten, an denen sich Bienen verletzen könnten. Kunststoffeinsätze lassen sich leichter reinigen, Holzrahmen wirken wertiger und sind langlebig. Ein weiteres Detail ist die Anzahl der Ausgänge: Mehr Ausgänge räumen schneller, ein einzelner Kegel arbeitet dafür besonders sicher. Das übrige Grundwerkzeug für die Ernte findest Du gebündelt in der Kategorie Imkerwerkzeuge.
Für wen eignet sich die Bienenflucht?
Die Bienenflucht ist sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Imker ein Standardwerkzeug. Für Anfänger ist sie besonders wertvoll, weil sie das nervenaufreibende Abkehren erspart und die erste Honigernte deutlich entspannter macht. Wer seine ersten Völker über den Bereich Bienen kaufen aufgebaut hat, sollte von Anfang an eine Flucht pro Volk einplanen. Für Berufs- und Nebenerwerbsimker mit vielen Völkern ist sie ohnehin unverzichtbar, weil sie den Zeitaufwand der Ernte drastisch reduziert. Auch wer Wert auf schonende, rückstandsfreie Betriebsweise legt, kommt an der Bienenflucht kaum vorbei.
Welche Fehler solltest Du vermeiden?
Der häufigste Fehler ist offene Brut im Honigraum – dann bleiben die Bienen oben und die Flucht wirkt nicht. Kontrolliere das mit einem sauberen Absperrgitter während der ganzen Saison. Ein zweiter Fehler ist eine undichte Beute: Sitzt die Flucht nicht plan auf oder gibt es Ritzen, finden Räuberbienen von außen einen Weg in den Honigraum. Lege die Flucht außerdem nicht bei großer Hitze zu lange ein, sonst wird der Honig weich und läuft beim Transport. Und vergiss nicht, das Flugloch des Honigraums zu schließen, falls Deine Beute eines hat. Wer die Königin im Auge behalten will, findet passendes Material im Bereich Königinnenzucht.
Welches Zubehör gehört rund um die Bienenflucht dazu?
Damit die Ernte rundläuft, gehört mehr in Deine Ausrüstung als nur die Flucht selbst. Ein guter Schutz ist Pflicht – passende Schleier, Jacken und Handschuhe findest Du in der Kategorie Imkerbekleidung. Um das abgeerntete Volk anschließend gut über den Sommer zu bringen, brauchst Du eventuell Bienenfutter für die Auffütterung. Zum Anzünden des Smokers eignet sich Material aus dem Bereich Rauchmaterial, und wer akustische Signale am Stand mag, greift zur Imkerpfeife Primus. Das Gewicht der vollen Honigwaben behältst Du mit einer Jenzi Federzugwaage im Blick.
Wie pflegst und lagerst Du Deine Bienenflucht?
Nach der Ernte reinigst Du die Bienenflucht von Propolis, Wachsresten und toten Bienen, damit die Einweg-Einsätze im nächsten Jahr wieder frei durchgängig sind. Kunststoffeinsätze lassen sich mit warmem Wasser und einer Bürste säubern, Holzrahmen kratzt Du mit dem Stockmeißel ab. Metallteile beweglicher Fluchten hältst Du mit einem Pflegemittel aus der Kategorie Werkzeugpflege & Reinigung geschmeidig – etwa mit dem Ballistol Universalöl Spray aus dem Bereich Universalöl. Lagere die trockene Flucht flach und geschützt vor Wachsmotten, dann begleitet sie Dich viele Saisons lang.
Die Bienenflucht ist damit eines der schonendsten und effizientesten Werkzeuge, um den Honigraum vor der Ernte bienenfrei zu bekommen – ohne Stress für Volk und Imker. Mit der richtigen Bauform, dem passenden Zeitpunkt und dem ergänzenden Werkzeug legst Du die Grundlage für eine ruhige, saubere Honigernte. Rüste Dich rechtzeitig vor dem Schleudern aus und entdecke Bienenfluchten sowie das komplette Imkerzubehör bei Purewild.