Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen

Wespenfalle richtig befüllen

Wenn du eine Wespenfalle wirklich zum Funktionieren bringen willst, entscheidet vor allem eines: die richtige Füllung. Die beste Grundmischung ist ein süßer Lockstoff wie Apfelsaft, verdünnter Fruchtsirup oder zermatschtes überreifes Obst, kombiniert mit einem kräftigen Schuss Apfelessig und einem einzigen Tropfen Spülmittel. Klingt unspektakulär, ist aber genau die Kombination, die Wespen zuverlässig anlockt und gleichzeitig Honigbienen weitgehend fernhält. Der Essig ist dabei nicht optional, sondern der eigentliche Trick: Bienen meiden den Geruch von Essigsäure, während Wespen sich davon nicht stören lassen. Der Tropfen Spülmittel bricht die Oberflächenspannung, damit die Insekten in der Flüssigkeit versinken und nicht wieder herauskrabbeln.

Bevor du loslegst, ein wichtiger Hinweis, den viele überlesen: Wespen stehen in Deutschland unter dem allgemeinen Artenschutz des Bundesnaturschutzgesetzes. Du darfst sie nicht ohne vernünftigen Grund fangen, stören oder töten. Zwei besonders große und auffällige Arten, die Hornisse und die Kreiselwespe, sind sogar streng geschützt. Für die alltäglichen Plagegeister am Kaffeetisch, meist die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe, gilt der allgemeine Schutz. Das bedeutet in der Praxis: Eine Tötungsfalle solltest du nur mit Bedacht und aus gutem Grund einsetzen, und eine schonende Ablenkung ist fast immer die klügere Wahl. Genau deshalb geht es in diesem Ratgeber nicht nur ums Befüllen, sondern auch darum, wie du das Ganze verantwortungsvoll und trotzdem wirksam angehst.

In diesem Beitrag bekommst du zuerst die konkreten Rezepte mit Mischungsverhältnissen, danach das Warum hinter dem Essig, die richtige Füllung je nach Jahreszeit, eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, den passenden Standort, die Frage nach dem Wechselintervall und schließlich den rechtlichen Rahmen. Am Ende findest du einen Praxisteil aus echter Erfahrung und einen ausführlichen FAQ-Block. So weißt du hinterher nicht nur, womit du füllst, sondern auch, warum es funktioniert und wann du die Falle besser stehen lässt.

Womit füllt man eine Wespenfalle am besten?

Die zuverlässigste Allround-Füllung ist eine süß-saure Mischung: etwa drei Teile Apfelsaft, ein Teil Apfelessig und ein einziger Tropfen Spülmittel. Diese Kombination lockt Wespen stark an, hält Bienen fern und lässt gefangene Tiere absinken. Es gibt aber mehrere bewährte Varianten, die du je nach Vorrat im Haus und Jahreszeit einsetzen kannst.

Das klassische Grundrezept mit Apfelsaft funktioniert so: Nimm rund 150 bis 200 Milliliter naturtrüben Apfelsaft, gib etwa 50 Milliliter Apfelessig dazu, also ungefähr ein Viertel bis ein Drittel der Saftmenge, und rühre einen kleinen Tropfen Geschirrspülmittel unter. Der Saft liefert den süßen Duft, der Essig sorgt für die Bienenselektivität, das Spülmittel für die Oberflächenwirkung. Wichtig: nicht mehr als einen Tropfen Spülmittel, sonst schäumt die Mischung und der Geruch wird überdeckt.

Eine zweite Variante ist Bier mit Zucker. Abgestandenes, süßes Bier oder Malzbier zieht Wespen im Spätsommer stark an. Rühre in etwa 200 Milliliter Bier einen bis zwei Esslöffel Zucker ein, bis er sich löst, und ergänze auch hier einen Schuss Apfelessig und einen Tropfen Spülmittel. Die Kohlensäure verfliegt schnell, was gewollt ist, denn frisches, spritziges Bier lockt weniger als schales.

Als dritte Möglichkeit dient Fruchtsaft oder Sirup. Traubensaft, Kirschsaft oder ein stark verdünnter Fruchtsirup, etwa im Verhältnis ein Teil Sirup auf drei bis vier Teile Wasser, sind sehr attraktiv. Auch hier gehört ein Anteil Apfelessig von rund einem Viertel der Gesamtmenge hinein. Je dunkler und intensiver der Saft riecht, desto besser. Naturtrübe und ungefilterte Säfte wirken meist stärker als klare Industriesäfte.

Die vierte Variante ist Marmeladenwasser, ideal als Resteverwertung. Löse ein bis zwei gehäufte Teelöffel übrig gebliebene Marmelade oder Konfitüre in etwa 200 Milliliter warmem Wasser auf, lass es abkühlen und füge einen Schuss Apfelessig sowie einen Tropfen Spülmittel hinzu. Fruchtige Sorten wie Pflaume, Kirsche oder Aprikose funktionieren besser als Zitrusmarmeladen. Wenn du eine handelsübliche Falle nutzen möchtest, eignet sich zum Beispiel eine HOBBEE Wespenfalle mit Schraubdeckel, weil sie sich sauber befüllen und dank Deckel leicht wieder leeren lässt.

Was du in allen Varianten meiden solltest: reines Zuckerwasser ohne Essig und ohne fruchtige Note. Es lockt zwar Wespen, fängt aber genauso zuverlässig Honigbienen, und das willst du unbedingt vermeiden. Ebenso ungeeignet ist Wasser allein oder Cola, deren Duft zu schwach beziehungsweise zu untypisch ist. Wenn du dir unsicher bist, welches Fallenmodell zu deinem Garten passt, findest du eine Übersicht an passenden Wespen- und Hornissenfallen, die sich für die verschiedenen Rezepte eignen.

Warum gehört Essig unbedingt in die Wespenfalle?

Der Essig ist der wichtigste Bestandteil, wenn dir Bienenschutz am Herzen liegt. Honigbienen meiden den Geruch von Essigsäure instinktiv und lassen sich von einer essighaltigen Mischung kaum anlocken. Wespen dagegen stört der saure Duft überhaupt nicht, sie steuern trotzdem gezielt die süße Komponente an. So wird aus einer wahllosen Insektenfalle eine weitgehend wespenselektive Lösung.

Der Hintergrund liegt in der unterschiedlichen Biologie der beiden Insektengruppen. Honigbienen sind auf Nektar und Pollen spezialisiert und reagieren empfindlich auf säuerliche, gärige Gerüche, die für sie nach verdorbener oder ungeeigneter Nahrung riechen. Wespen sind hingegen Allesfresser und Aasfresser. Gerade im Spätsommer suchen sie aktiv nach reifem, teils schon gärendem Obst und nach eiweißreicher Kost. Der leicht säuerliche Geruch von Essig signalisiert ihnen reifes Fallobst, also genau das, was sie fressen wollen.

Ohne Essig läufst du Gefahr, dass sich deine Falle in eine Bienenfalle verwandelt. Das ist nicht nur ökologisch bedenklich, weil Honigbienen und Wildbienen zu den wichtigsten Bestäubern gehören, sondern kann dir auch Ärger mit benachbarten Imkern einbringen. Wenn du ohnehin einen Bienenstand in der Nähe hast oder selbst imkerst, solltest du generell überlegen, ob eine Falle die richtige Lösung ist oder ob Ablenkung besser passt. Für den Schutz deiner eigenen Bienen bei der Arbeit am Volk gibt es zusätzlich passende Produkte zur Bienen- und Wespenabwehr, die das Thema von der anderen Seite angehen.

Ein kleiner, aber wichtiger Punkt: Verwende möglichst Apfelessig statt scharfem Branntweinessig. Apfelessig hat eine fruchtige Note, die zur süßen Grundfüllung passt und die Wespen zusätzlich anzieht, während er gleichzeitig die bienenabweisende Essigsäure liefert. Die Menge sollte deutlich riechbar sein, ein bloßer Spritzer reicht nicht. Als Faustregel gilt: Ein Viertel bis ein Drittel der süßen Flüssigkeitsmenge sollte Essig sein.

Welcher Lockstoff eignet sich im Frühsommer und welcher im Spätsommer?

Das Fressverhalten der Wespen ändert sich im Jahresverlauf deutlich, und deine Füllung sollte sich daran orientieren. Im Frühsommer brauchen Wespen vor allem Eiweiß für die Aufzucht der Brut, im Spätsommer stehen sie fast ausschließlich auf Süßes. Wer das ignoriert, wundert sich, warum die Falle je nach Saison mal gut und mal gar nicht funktioniert.

Im Frühjahr und frühen Sommer, etwa von April bis Juni, gründen die überwinterten Königinnen neue Völker und die ersten Arbeiterinnen füttern die Larven. In dieser Phase jagen Wespen Insekten, sammeln Fleischpartikel und suchen proteinreiche Nahrung. Eine rein süße Füllung wirkt jetzt schwächer. Grundsätzlich rate ich aber dringend davon ab, im Frühjahr überhaupt Fallen aufzustellen. Jede Königin, die du im Frühjahr fängst, hätte ein ganzes Volk gegründet, das später ökologisch wertvoll ist. Wespen vertilgen enorme Mengen an Fliegen, Mücken und Schadinsekten. Setze Fallen im Frühjahr also nur äußerst sparsam und nur bei echtem Anlass ein, etwa direkt an einem problematischen Nesteingang, und schone die Königinnen so weit wie möglich.

Im Spätsommer, also ab Ende Juli bis in den September und Oktober, kippt das Verhalten. Die Brutaufzucht lässt nach, die Arbeiterinnen haben kaum noch Aufgaben im Nest und stürzen sich auf zuckerhaltige Nahrung. Jetzt sind sie am Kuchen, am Eis und am Saftglas besonders lästig. Genau in dieser Phase wirken die süßen Füllungen aus Apfelsaft, Sirup oder Fallobst am besten. Der Essigzusatz bleibt in beiden Jahreszeiten wichtig, weil er den Bienenschutz gewährleistet.

Wenn du im Spätsommer merkst, dass die Wespen besonders aggressiv nach Süßem suchen, kannst du die Fruchtnote verstärken, indem du zusätzlich ein Stück überreife Birne oder Pflaume in die Falle gibst. Das gärende Obst erzeugt genau den Duft, dem Wespen kaum widerstehen können. Wer sich intensiver mit dem Thema Bienenhaltung beschäftigt und Wespenabwehr rund ums Bienenvolk plant, findet im Bereich Imkerei-Bedarf weiterführende Ausrüstung dazu.

Wie befüllt man die Falle Schritt für Schritt richtig?

Das Befüllen selbst ist schnell erledigt, aber ein paar Details entscheiden über Erfolg oder Misserfolg. Fülle die Flüssigkeit nur etwa zwei bis drei Zentimeter hoch ein, halte die Einflugöffnung frei von Flüssigkeit und verschließe die Falle sicher. So läuft nichts über und die Wespen finden hinein, aber nicht mehr heraus.

Beginne damit, die passende Menge anzurühren. Für eine handelsübliche Falle reichen meist 150 bis 250 Milliliter Flüssigkeit. Mische die süße Basis mit dem Essig und dem Tropfen Spülmittel in einem separaten Gefäß, damit sich alles gut verbindet, bevor es in die Falle kommt. Rühre gründlich, besonders wenn du Zucker oder Marmelade verwendest, damit sich nichts am Boden absetzt.

Fülle die Flüssigkeit dann so weit ein, dass der Boden der Falle bedeckt ist und eine Höhe von etwa zwei bis drei Zentimetern erreicht wird. Zu viel Flüssigkeit ist kontraproduktiv: Steigt der Pegel bis zur Einflugöffnung, können Wespen direkt am Rand ertrinken oder wieder herauskrabbeln, und die Falle läuft beim Transport über. Zu wenig Flüssigkeit trocknet zu schnell aus und verliert den Lockduft.

Achte darauf, dass die Einflugöffnung selbst trocken und frei bleibt. Bei Fallen mit trichterförmigem Einlass darf die Flüssigkeit den Trichter nicht berühren. Die Wespe soll durch die Öffnung nach unten in Richtung Lockstoff kriechen und dann nicht mehr den Weg zurück durch den engen Trichter finden. Verschließe anschließend den Deckel fest. Modelle mit Schraubdeckel sind hier besonders praktisch, weil du sie dicht verschließen, transportieren und später ohne Kleckern wieder öffnen und leeren kannst.

Hänge oder stelle die Falle danach an ihren Platz, ohne sie zu schütteln. Wenn du sie aufhängst, prüfe, dass sie stabil hängt und bei Wind nicht gegen eine Wand schlägt, was den Deckel lösen könnte. Kontrolliere in den ersten Stunden, ob überhaupt Wespen anfliegen. Tut sich gar nichts, stimmt meist entweder der Standort oder die Mischung nicht.

Wo stellt man die befüllte Wespenfalle am besten auf?

Der Standort ist fast so wichtig wie die Füllung. Stelle die Falle nicht direkt auf den Tisch, sondern zwei bis vier Meter von deinem Sitzplatz entfernt an einen halbschattigen, windgeschützten Ort. So wirkt sie als Ablenkung, die die Wespen von dir weglockt, statt sie erst recht anzuziehen.

Der Gedanke dahinter ist einfach: Eine Falle sendet einen starken Lockduft aus. Steht sie mitten auf dem Kaffeetisch, holst du dir die Wespen genau dorthin, wo du sie nicht haben willst. Positionierst du sie dagegen einige Meter abseits, etwa am Rand der Terrasse, an einer Hecke oder unter einem Baum, ziehst du die Tiere aus deinem unmittelbaren Umfeld ab. Viele Menschen nutzen genau diesen Effekt sogar ganz ohne Tötung, indem sie einfach eine Schale mit überreifem Obst als Ablenkstation aufstellen.

Halbschatten ist ideal, weil pralle Sonne die Flüssigkeit schnell erhitzt, ausgast und die Gärung beschleunigt, sodass der Duft zu schnell umschlägt. Zu viel Schatten wiederum macht die Falle für Wespen weniger auffällig, da sie warme, helle Bereiche bevorzugt anfliegen. Ein Platz mit Morgensonne und Nachmittagsschatten ist oft ein guter Kompromiss.

Achte außerdem auf Windschutz. An einer zugigen Ecke verweht der Lockduft und die Falle wird schlechter gefunden. Eine geschützte Position an einer Wand, einem Zaun oder in einer ruhigen Gartenecke funktioniert deutlich besser. Wenn du an Standorten arbeitest, an denen du dich selbst gegen Wespen und Bienen schützen möchtest, etwa beim Grillen oder im Garten, kann eine Bienenschutzcreme zusätzlich helfen, Stiche zu vermeiden.

Wie oft muss man die Füllung wechseln?

Wie oft du wechselst, hängt von Wetter und Fangmenge ab, aber als Faustregel solltest du die Füllung alle drei bis fünf Tage erneuern. Spätestens wenn die Flüssigkeit trüb wird, unangenehm faulig riecht oder sich viele tote Insekten angesammelt haben, ist ein Wechsel fällig.

Eine frische Mischung entwickelt zunächst einen angenehm fruchtig-säuerlichen Duft, der Wespen anlockt. Mit der Zeit setzt eine stärkere Gärung ein, die Flüssigkeit wird trüb und der Geruch kippt ins Faulige. Ein moderat gärender Duft ist sogar erwünscht, weil überreifes Obst genauso riecht, aber wenn es kippt und nach Fäulnis stinkt, verliert die Falle ihre Wirkung und wird für dich selbst unangenehm. Bei heißem Wetter geht das schneller, dann kann schon nach zwei bis drei Tagen ein Wechsel nötig sein.

Beim Wechseln solltest du die Falle gründlich reinigen. Gieße den alten Inhalt aus, spüle das Gefäß mit heißem Wasser aus und entferne Rückstände und tote Insekten. Verzichte auf stark parfümierte Reiniger, deren Duft in der nächsten Füllung stören könnte. Ein kurzes Ausspülen reicht meist. Danach füllst du frisch nach demselben Rezept auf.

Wenn kaum Wespen fliegen, etwa bei kühlem, regnerischem Wetter, kannst du das Intervall strecken. Bleibt die Falle mehrere Tage nahezu leer, überlege, ob du sie überhaupt brauchst. Weniger ist beim Wespenfang oft mehr, gerade weil die Tiere geschützt sind und im Garten eine nützliche Rolle spielen.

Lebendfalle oder Tötungsfalle: Was ist erlaubt und sinnvoll?

Rechtlich gilt: Weil Wespen unter dem allgemeinen Artenschutz stehen, dürfen sie nicht ohne vernünftigen Grund getötet werden. Eine Tötungsfalle ist daher nur in begründeten Ausnahmen zulässig, während Ablenkung und Fernhalten immer die bevorzugte, rechtssichere und ökologisch sinnvolle Lösung sind.

Wespen sind wichtige Nützlinge. Sie bestäuben Blüten, vertilgen große Mengen an Fliegen, Mücken, Blattläusen und Raupen und dienen selbst wieder Vögeln als Nahrung. Ein Wespenvolk kann an einem einzigen Tag Tausende Insekten erbeuten. Wer sie pauschal wegfängt, greift also in ein funktionierendes ökologisches Gefüge ein. Die beiden geschützten Arten Hornisse und Kreiselwespe genießen sogar strengen Schutz, ihr Fang oder ihre Tötung kann mit empfindlichen Bußgeldern geahndet werden.

Die schonendste und oft wirksamste Methode ist die Ablenkfütterung. Dabei stellst du in einigen Metern Entfernung von deinem Sitzplatz eine Schale mit überreifem Obst, etwas Marmelade oder verdünntem Saft auf. Die Wespen bedienen sich dort und lassen dich weitgehend in Ruhe. Diese Methode tötet die Tiere nicht, hält sie aber von deinem Essen fern. In Kombination mit einer klassischen Falle als zusätzliche Sicherung kannst du so einen guten Mittelweg finden, ohne unnötig Tiere zu töten.

Wenn du wirklich ein Problem hast, etwa ein Nest in unmittelbarer Nähe zu einem Kinderspielplatz oder bei einer Allergie im Haushalt, wende dich an die untere Naturschutzbehörde oder einen Wespenberater. Nester dürfen unter Umständen umgesetzt werden, das übernehmen Fachleute. Umfassende und seriöse Informationen zum verantwortungsvollen Umgang findest du beim NABU zum Umgang mit Wespen. Auch die Frage, ob Fallen überhaupt erlaubt und sinnvoll sind, beantwortet das Umweltbundesamt zum Thema Wespenfallen im Garten ausführlich.

Welche Fehler solltest du beim Befüllen und Aufstellen vermeiden?

Die häufigsten Fehler sind schnell benannt: die Falle zu nah am Tisch aufstellen, den Essig weglassen und dadurch Bienen mitfangen, die Füllung zu selten wechseln und im Frühjahr unnötig Königinnen fangen. Wer diese vier Punkte vermeidet, hat die halbe Miete.

Der erste und größte Fehler ist die Platzierung direkt am Sitzplatz. Eine Falle lockt an, das ist ihr Zweck. Steht sie auf dem Tisch, holst du dir die Wespen genau dorthin. Halte immer die zwei bis vier Meter Abstand ein und nutze die Falle als Ablenkung nach außen.

Der zweite Fehler ist das Weglassen des Essigs. Ohne die bienenabweisende Essigsäure wird aus deiner Wespenfalle eine tödliche Falle für Honigbienen und Wildbienen. Das ist nicht nur schädlich für die Bestäuber, sondern auch schlicht unnötig, weil der Essig die Wespen ja gar nicht abschreckt. Der Essig gehört also in jede Füllung, ohne Ausnahme.

Der dritte Fehler ist ein zu seltener Wechsel. Eine gekippte, faulige Brühe voller toter Insekten lockt kaum noch und stinkt. Halte das Intervall von drei bis fünf Tagen ein und reinige die Falle regelmäßig. Der vierte Fehler ist der Einsatz im Frühjahr. Wer im April und Mai Fallen aufstellt, fängt die Königinnen und verhindert ganze Völker, die später ökologisch wertvoll wären. Setze Fallen erst im Spätsommer und nur bei echtem Bedarf ein. Ein weiterer, kleinerer Fehler ist zu viel Spülmittel, das die Mischung zum Schäumen bringt und den Lockduft überdeckt.

Praxiswissen aus dem Garten: Was in der Realität wirklich zählt

In der Praxis merkt man schnell, dass Theorie und Alltag manchmal auseinanderliegen. Die häufigste Beobachtung: Anfänger stellen die Falle zu früh im Jahr und zu nah am Tisch auf und wundern sich dann, dass es scheinbar mehr statt weniger Wespen werden. Genau das ist der klassische Einsteigerfehler. Eine Falle ist kein Staubsauger, der den Garten wespenfrei macht, sondern ein Lenkungsinstrument, das die Tiere umleitet.

Beim Wetter und der Tageszeit gibt es klare Muster. An warmen, trockenen Tagen zwischen dem späten Vormittag und dem frühen Nachmittag sind Wespen am aktivsten, dann fängt oder lenkt eine Falle am meisten. An kühlen, regnerischen Tagen fliegen sie kaum, und die Falle bleibt fast leer. Bei einem Wetterumschwung mit aufziehendem Gewitter wirken viele Wespen besonders nervös und aggressiv, dann lohnt sich die Ablenkfütterung ganz besonders, um Stiche zu vermeiden.

Bei der Standortwahl im Garten hat sich bewährt, die Falle in Richtung der vermuteten Flugroute vom Nest zum Tisch zu setzen, also die Wespen quasi unterwegs abzufangen. Beobachte einen Tag lang, aus welcher Richtung die Tiere kommen, und platziere die Falle dann bewusst dazwischen. Eine geschützte, halbschattige Ecke an einer Hecke funktioniert fast immer besser als ein exponierter, sonniger Platz.

Die wirksamste Kombination aus meiner Erfahrung ist Falle plus Ablenkfütterung. Ein bis zwei Meter neben der eigentlichen Falle eine flache Schale mit überreifem Obst oder verdünnter Marmelade aufstellen, das schafft eine ganze Ablenkzone. Viele Wespen bedienen sich dann friedlich am Obst, ein Teil landet in der Falle, und dein Kaffeetisch bleibt weitgehend ungestört, ohne dass du übermäßig viele Tiere tötest. Wer viel im Garten arbeitet, kann sich mit einem feinen Wassernebel Erleichterung verschaffen: Ein Fiskars Drucksprühgerät lässt sich nutzen, um Insekten sanft auf Abstand zu halten, denn Wespen mögen den feinen Sprühnebel nicht und ziehen sich zurück. Passende Modelle findest du auch in der Kategorie Sprühgeräte und Wasserzerstäuber.

Ein weiterer Praxistipp betrifft die Hygiene. Wechsle die Füllung lieber einen Tag zu früh als zu spät, denn eine gekippte Brühe zieht nicht nur weniger Wespen an, sondern lockt auch Fruchtfliegen und riecht unangenehm. Und behalte im Hinterkopf: Sobald der erste Frost kommt, sterben die Arbeiterinnen und Männchen ohnehin, nur die jungen Königinnen überwintern. Ab dem Herbst brauchst du also gar keine Falle mehr, das Wespenthema erledigt sich von selbst.

Häufige Fragen zum Befüllen von Wespenfallen

Fängt die Falle auch Bienen?

Bei richtiger Füllung kaum. Der entscheidende Faktor ist der Apfelessig, denn Honigbienen meiden den Geruch von Essigsäure, während Wespen ihn ignorieren. Verwendest du reines Zuckerwasser oder süßen Saft ohne Essig, fängst du dagegen sehr wohl Bienen. Deshalb gehört Essig in jede Mischung, wenn dir Bienenschutz wichtig ist.

Was tun bei vielen Wespen am Kuchen?

Bewahre Ruhe und schlage nicht nach den Tieren, das macht sie aggressiv. Decke Speisen und Getränke ab und stelle in zwei bis drei Metern Entfernung eine Ablenkschale mit überreifem Obst oder verdünnter Marmelade auf. Die Wespen ziehen dann meist dorthin um. Ein Glas mit Deckel und Strohhalm schützt Getränke, damit keine Wespe hineingerät.

Helfen Nelkenöl, Kaffee oder Zitrone gegen Wespen?

Diese Hausmittel wirken nur begrenzt und kurzfristig. Nelkenöl, in Zitronen- oder Orangenscheiben gesteckte Gewürznelken sowie verglimmender Kaffeesatz erzeugen Duftstoffe, die manche Wespen für kurze Zeit meiden. Bei starkem Wespenaufkommen oder Wind verpufft der Effekt aber schnell. Als kleine Ergänzung auf dem Tisch können sie helfen, eine echte Ablenkung ersetzen sie nicht.

Kann ich eine Wespenfalle selber bauen?

Ja, das geht einfach mit einer leeren PET-Flasche. Schneide den oberen Teil ab, drehe ihn wie einen Trichter mit der Öffnung nach unten in den Rumpf und fixiere ihn. Fülle dann deine süß-saure Mischung mit Essig ein. Achte darauf, dass die Öffnung des Trichters nicht zu groß ist, sonst finden die Wespen wieder heraus. Fertige Fallen mit Schraubdeckel sind allerdings sauberer im Umgang und langlebiger.

Ist reines Zuckerwasser als Füllung gut?

Nein, davon ist abzuraten. Reines Zuckerwasser lockt zwar Wespen, fängt aber genauso zuverlässig Honigbienen und Wildbienen, die du unbedingt schonen solltest. Ohne den Essigzusatz fehlt die selektive Wirkung. Wenn du schon Zucker verwendest, dann immer in Kombination mit Apfelessig und einer fruchtigen Note.

Wie werde ich Wespen ohne Töten los?

Setze auf Ablenkung und Fernhalten statt auf Fang. Eine Ablenkfütterung mit überreifem Obst einige Meter abseits, abgedeckte Speisen, ein feiner Wassernebel und das Vermeiden hektischer Bewegungen reichen in den meisten Fällen völlig aus. So bleiben die nützlichen Tiere am Leben und dein Sitzplatz trotzdem ungestört. Für den direkten Schutz vor Stichen bei der Gartenarbeit eignet sich zusätzlich eine Apizin Bienenschutzcreme.

Fazit

Die beste Wespenfallen-Füllung ist eine süß-saure Mischung aus Apfelsaft oder Fruchtsaft, einem kräftigen Schuss Apfelessig und einem einzigen Tropfen Spülmittel, wobei der Essig für den entscheidenden Bienenschutz sorgt. Stelle die Falle zwei bis vier Meter vom Sitzplatz entfernt an einen halbschattigen, windgeschützten Ort, wechsle die Füllung alle drei bis fünf Tage und setze Fallen bewusst erst im Spätsommer ein, um die Königinnen im Frühjahr zu schonen. Weil Wespen geschützte Nützlinge sind, ist die schonende Ablenkfütterung fast immer die klügere Wahl. Mehr biologischen Hintergrund zur häufigsten Art liefert der Artikel zur Gemeinen Wespe bei Wikipedia. So hältst du dir die Tiere vom Leib, ohne dem Ökosystem zu schaden.

Passende Produkte

Produktgalerie überspringen
HOBBEE® Wespenfalle mit Schraubdeckel
HOBBEE® Wespenfalle mit Schraubdeckel

Regulärer Preis: 3,95 €
Apizin Bienenschutzcreme
Apizin Bienenschutzcreme

Inhalt: 50 Gramm (36,58 € / 100 Gramm)

Regulärer Preis: 18,29 €