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Jenzi Clear-Pose Medium-Runner
Jenzi Clear-Pose Medium-Runner

Jenzi Clear-Pose Medium-Runner

Klares Wasser verändert das Verhalten der Fische. An einem Baggersee mit Sichtweiten von mehreren Metern, an einem Kanal nach Tagen ohne Regen oder in einem kalten Frühjahrsgewässer stehen Rotaugen, Barsche und Schleien in heller Umgebung und mustern jeden Gegenstand über sich. Ein farbiger Körper auf der Oberfläche wirft dann einen deutlichen Schatten und bleibt im Gegenlicht als dunkle Fläche sichtbar. Die Modellbezeichnung Clear benennt die Antwort darauf: ein durchsichtiger Körper, der Licht passieren lässt und sich optisch zurücknimmt.

Für scheue Fische zählt dieser Unterschied vor allem im Flachwasser und in den ruhigen Stunden um die Mittagszeit. Je weniger Kontrast über dem Köder entsteht, desto länger bleibt ein misstrauischer Fisch am Platz. Dazu passen ein langes Vorfach, eine zurückhaltende Bebleiung und Abstand zwischen Pose und Köder. Am Ufer wirkt dasselbe Prinzip weiter: gedeckte Kleidung, ein Standort hinter Schilf oder Gebüsch und ruhige Bewegungen über dem Wasser.

Der zweite Teil des Namens, Medium-Runner, beschreibt die Arbeitsweise als Laufpose. Die Schnur gleitet beim Wurf durch die Pose, sodass die Bebleiung voranfliegt und die Montage sich erst am Platz aufbaut. So lassen sich Plätze jenseits der Wurfweite einer starren Montage erreichen und Tiefen befischen, die größer sind als die Rute lang ist. Ein Stopper auf der Schnur begrenzt den Lauf und legt die Tiefe fest; ein kleiner Perlenpuffer darunter schützt den Knoten.

Die Variantenachse Gewicht reicht von 11g bis 35g und gliedert sich in vier Stufen:

  • 11g für mittlere Weiten bei ruhiger Oberfläche, wenn der Köder langsam absinken soll
  • 15g als Arbeitsstufe für den Alltag am großen Stillwasser mit leichtem Seitenwind
  • 20g wenn Gegenwind, Wellen oder weit entfernte Kanten einen gestreckten Wurf verlangen
  • 35g für große Distanz, kräftige Köderportionen und bewegtes Wasser, in dem die Montage am Platz bleiben soll

Das Loten auf Distanz braucht Geduld. Ein Lotblei am Haken, ein weit angesetzter Stopper und mehrere Würfe auf denselben Punkt ergeben nach und nach ein Bild vom Grund. Steht die Pose zu flach eingestellt, liegt sie flach auf dem Wasser; ist sie zu tief gesetzt, taucht sie ab. Dazwischen liegt die Einstellung, bei der nur die Spitze aus dem Wasser schaut. Eine Markierung auf der Hauptschnur, etwa mit einem Stück Gummi, hält die gefundene Weite über den Tag fest, sodass jeder weitere Wurf dieselbe Stelle erreicht.

Futter und Montage müssen auf Weite zusammenfinden. Eine Schleuder oder ein Futterrohr bringt kleine Portionen genau dorthin, wo die Pose steht, und nicht irgendwohin in die Fläche. Weil die Montage über eine lange Strecke arbeitet, fällt jeder Meter Abweichung doppelt ins Gewicht. Markante Linien am gegenüberliegenden Ufer, ein Baum oder ein Pfosten dienen als Zielpunkt für Wurf und Schleuder gleichermaßen.

Der Bereich von 11g bis 35g deckt das Angeln auf größere Friedfische und auf Raubfisch im Freiwasser ab. Brassen und Schleien an weit entfernten Kanten, Karpfen über einem Futterfeld, im Herbst auch ein Köderfisch an derselben Montage: In allen Fällen trägt der Körper genug Gewicht, um die Strecke zu überbrücken und am Platz zu bleiben. Je größer die Stufe, desto gröber darf die Bebleiung geraten, ohne dass die Pose unruhig wird.

Klares Wasser tritt nicht zufällig auf. Im zeitigen Frühjahr, nach längeren Trockenperioden und im kalten Spätherbst steigen die Sichtweiten, und die Fische stehen tiefer sowie weiter vom Ufer entfernt. Genau dann gewinnt ein unauffälliger Aufbau an Bedeutung. In trübem Hochsommerwasser oder nach starkem Regen spielt ein durchsichtiger Körper diese Stärke kaum aus; dort entscheiden Futterplatz und Tiefe deutlich mehr.

Auf Weite entscheidet die Schnurführung über den Erfolg. Nach dem Wurf wird die Schnur abgetaucht, damit Wind sie nicht über die Oberfläche zieht und die Montage aus dem Futterfeld wandert. Die Rolle bekommt eine ruhige Bremse, weil ein Fisch auf Distanz viel Schnur in Bewegung setzt. Der Anschlag erfolgt seitlich und weit, nicht nach oben: nur so kommt genug Kraft über die lange Strecke am Haken an. Nach dem Angeln wird der durchsichtige Körper mit klarem Wasser abgespült, damit Schlamm und Algenreste die Oberfläche nicht eintrüben.

Die Laufpose stellt auch Anforderungen an das übrige Gerät. Eine Hauptschnur, die sich gut absenkt, verhindert, dass Wind einen Bogen über die Oberfläche legt; eine zu steife Schnur bremst den Durchlauf durch den Körper und verzögert das Aufrichten am Platz. Der Stopper soll sich mit mäßigem Druck verschieben lassen, beim Wurf aber nicht wandern. Gummistopper erfüllen das meist besser als reine Knoten, weil sie nachstellbar bleiben und die Schnur weniger belasten. Vor dem ersten Wurf prüft ein Zug mit der Hand, ob der Stopper hält.

Ähnlich arbeitende Körper für die Distanz führen die Waggler, vielseitige Formen für wechselnde Gewässer die Allroundposen und kräftige Modelle für Hecht und Zander die Raubfischposen.

  • Produktnummer 64024
  • Hersteller Jenzi
  • Herstellernummer 6880015
  • Gewicht 0.0053 kg

Herstellerangaben

Jenzi
Wilhelm-Bahmüller-Straße 53
73655 Plüderhausen
Deutschland

Tel: 0718198870
Mail: verkauf@jenzi.com
Web: https://www.jenzi.com

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