Was ist ein Fernglas? – Ein Fernglas ist ein optisches Beobachtungsgerät mit zwei parallel geführten Fernrohren, das entfernte Objekte vergrößert und beidäugig sichtbar macht. Damit erkennst Du Wild, Details und Bewegungen auf große Distanz, ohne Dich zu verraten & behältst das Revier auch in der Dämmerung sicher im Blick.
Wie funktioniert ein Fernglas?
Ein Fernglas bündelt einfallendes Licht über zwei Objektivlinsen, vergrößert das Bild und richtet es über ein Prismensystem seitenrichtig und aufrecht auf. Weil beide Augen gleichzeitig durch das Gerät blicken, entsteht ein plastisches, räumliches Bild, das dem Auge natürlicher erscheint als der Blick durch ein einäugiges Rohr. Über das Mitteltrieb-Rad stellst Du die Schärfe auf die jeweilige Entfernung ein, mit dem Dioptrienausgleich passt Du die Optik an unterschiedliche Sehstärken Deiner beiden Augen an. Genau diese beidäugige Beobachtung macht das Fernglas zum wichtigsten Werkzeug im Bereich Optik & Beobachtung, wenn Du Wild über weite Strecken ansprechen willst.
Woraus besteht ein Fernglas und welche Kennzahlen sind wichtig?
Jedes Fernglas trägt eine Zahlenkombination wie 8x42 oder 20x50 – die erste Zahl ist die Vergrößerung, die zweite der Objektivdurchmesser in Millimetern. Eine achtfache Vergrößerung holt das Wild scheinbar auf ein Achtel der tatsächlichen Distanz heran, während der Objektivdurchmesser bestimmt, wie viel Licht in das Gerät fällt. Je größer das Objektiv, desto heller das Bild bei schwachem Licht, allerdings steigen damit auch Gewicht und Baugröße. Modelle mit hoher Vergrößerung wie das MFH Fernglas 20x50 bringen ferne Objekte besonders nah heran und eignen sich für die Beobachtung über offene Felder und Freiflächen. Weitere Modelle findest Du gebündelt in der Kategorie Ferngläser.
Welche Arten von Ferngläsern gibt es?
Man unterscheidet vor allem nach Prismentyp: Dachkantferngläser sind schlank, gerade gebaut und lassen sich kompakt verstauen, Porroferngläser mit versetzten Objektiven bieten eine ausgeprägte Tiefenwirkung zu oft günstigerem Preis. Daneben gibt es kompakte Taschenferngläser für die leichte Pirsch, lichtstarke Dämmerungsgläser mit großem Objektiv und universelle Allrounder wie das klassische 8x42. Wer besonders leicht und einhändig unterwegs sein möchte, greift zum Monokular. Für die Nacht ergänzen elektronische Geräte wie Nachtsichtgeräte und Wärmebildkameras das klassische optische Fernglas.
Wann setzt Du ein Fernglas ein?
Das Fernglas kommt immer dann zum Einsatz, wenn Du Wild oder Gelände über eine Distanz sicher ansprechen willst, bevor Du Dich entscheidest. Auf dem Ansitz beobachtest Du damit die Wechsel und erkennst frühzeitig anwechselndes Wild, auf der Pirsch spähst Du vorsichtig um Deckungen und Geländekanten. In der Dämmerung, wenn das meiste Wild aktiv wird, spielt ein lichtstarkes Glas seine Stärken aus und zeigt Dir Konturen, die das bloße Auge längst nicht mehr trennt. Auch beim Beobachten von Vögeln, beim Wandern oder auf der Kanzel leistet ein gutes Fernglas wertvolle Dienste und gehört zur Grundausstattung im Bereich Jagdausrüstung & Jagdtechnik.
Weshalb ist die Dämmerungsleistung so entscheidend?
Wild ist überwiegend in der Morgen- und Abenddämmerung aktiv, also genau dann, wenn das Licht knapp wird. Deshalb entscheidet die Dämmerungsleistung eines Fernglases oft über Erfolg oder Misserfolg beim Ansprechen. Ausschlaggebend sind der Objektivdurchmesser, die Güte der Vergütung auf den Linsen und die Austrittspupille – also der helle Lichtkreis, den Du im Okular siehst. Ein Glas mit großer Austrittspupille liefert in der Dämmerung ein spürbar helleres, ruhigeres Bild und ermöglicht ein sicheres Ansprechen, wo einfache Geräte längst nur noch graue Schatten zeigen.
Wofür brauchst Du ein Fernglas bei der Jagd?
Bei der Jagd erfüllt das Fernglas mehrere zentrale Aufgaben: Du sprichst Wild sicher an, beurteilst Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand, prüfst den Kugelfang hinter dem Stück und kontrollierst nach dem Schuss den Anschuss und die Fluchtrichtung. So triffst Du Deine Entscheidungen weidgerecht und mit voller Übersicht, statt vorschnell zu handeln. Ein Fernglas ergänzt dabei das Zielfernrohr auf der Waffe, das erst im letzten Moment zum Einsatz kommt – die eigentliche Beobachtungsarbeit erledigst Du zuvor mit dem Fernglas.
Womit kombinierst Du das Fernglas sinnvoll?
Ein Fernglas entfaltet seinen vollen Nutzen im Zusammenspiel mit der übrigen Ausrüstung. Passende Jagdbekleidung und durchdachte Tarnung & Sichtschutz lassen Dich unbemerkt beobachten, während das Glas die Distanz überbrückt. Auf dem Ansitz hilft ergänzend die Lockjagd, um Wild in den Beobachtungsbereich zu bringen, und für die dunklen Stunden sorgen die richtigen Lichtquellen für Orientierung. Ein Fernglasgurt oder eine Bereitschaftstasche hält das Glas dabei jederzeit griffbereit vor der Brust.
Worauf solltest Du beim Kauf eines Fernglases achten?
Achte zuerst auf ein zu Deinem Einsatz passendes Verhältnis von Vergrößerung und Objektiv: Für die universelle Jagd hat sich 8x42 bewährt, für offenes Gelände darf es kräftiger sein, für die kompakte Pirsch leichter. Prüfe die Bildschärfe bis zum Rand, ein sauberes, kontrastreiches Bild und eine mehrschichtige Vergütung der Linsen. Wichtig sind außerdem eine wasserdichte, mit Stickstoff gefüllte Bauweise gegen Beschlagen, ein robustes gummiertes Gehäuse und ein angenehmes Gewicht, das Du auch nach Stunden noch ruhig hältst. Ein Blick in die Kategorie Ferngläser und in den gesamten Bereich Jagen hilft Dir beim Vergleich.
Für wen eignet sich welches Fernglas?
Einsteiger und Gelegenheitsbeobachter sind mit einem robusten, leichten Allroundglas gut beraten, das ein ausgewogenes Bild zu fairem Preis liefert. Der aktive Jäger, der viel in der Dämmerung ansitzt, profitiert von einem lichtstarken Dämmerungsglas mit größerem Objektiv. Wer viel zu Fuß auf der Pirsch ist, wählt ein kompaktes, leichtes Modell, das kaum stört. Und wer das Fernglas fürs offene Feld oder die weite Beobachtung braucht, greift zu einem stärker vergrößernden Gerät und stützt es bei Bedarf auf einem Stativ ab. So findest Du für jeden Anspruch das passende Glas.
Welche Fehler solltest Du vermeiden?
Ein häufiger Fehler ist der Griff zu übertrieben hoher Vergrößerung ohne Auflage – ab etwa zwölffach lässt sich das Bild kaum noch ruhig aus der Hand halten und verwackelt. Ebenso schadet ein zu billiges Glas mit schlechter Vergütung, das gerade in der Dämmerung versagt. Vermeide außerdem, den Dioptrienausgleich nicht einzustellen, denn dann ermüden Deine Augen unnötig. Fasse die Linsen nie mit den Fingern an und verstaue das Fernglas nicht ungeschützt, damit die empfindliche Optik keinen Schaden nimmt.
Wie pflegst und lagerst Du Dein Fernglas?
Reinige die Linsen nur mit einem weichen Optikpinsel und einem sauberen Mikrofasertuch, groben Staub bläst Du vorher vorsichtig weg, um Kratzer zu vermeiden. Bewegliche Teile wie Scharnier und Fokusrad hältst Du leichtgängig, ohne mit Schmiermitteln an die Optik zu geraten – ein Tropfen Universalöl an mechanischen Gelenken oder ein Blick in den Bereich Waffenpflege & Reinigung helfen bei der übrigen Ausrüstung, während spezielles Waffenöl der Waffe vorbehalten bleibt. Lagere das Glas trocken und geschützt in seiner Tasche – passende Lösungen findest Du unter Transport & Aufbewahrung. So bleibt die Optik über Jahre klar und einsatzbereit.
Damit ist das Fernglas aus Vergrößerung, Lichtstärke und robuster Bauweise das zentrale Beobachtungswerkzeug für jeden, der Wild und Revier sicher im Blick behalten will – vom ersten Anblick in der Dämmerung bis zum weidgerechten Ansprechen. Mit dem passenden Glas, etwas Übung und ergänzender Ausrüstung wie einem Jagdmesser und dem richtigen Gehörschutz bist Du im Revier bestens gerüstet. Dein neues Fernglas für die nächste Pirsch findest Du direkt bei Purewild.
Von einer Ansitzleiter aus überblickst Du eine Fläche, die vom Boden aus nicht einsehbar wäre.
Für den mobilen Ansitz mit Fernglas und Büchse reicht oft ein Ansitzsack.
Manche Gläser vereinen Fernglas und Entfernungsmesser in einem Gerät.
Wo das Fernglas an seine Grenzen kommt, übernimmt ein Spektiv mit deutlich höherer Vergrößerung.